Halbzeit im Fantasy Football! Umso bitterer, dass sich die Ausfälle in der NFL häufen. Calvin Ridley von den Falcons nimmt sich selbst eine Auszeit vom Football. Mit Derrick Henry hat es am vergangenen Spieltag das konstanteste Fantasy-Asset der letzten Jahre erwischt. Zusätzlich pausieren in Woche 9 die Detroit Lions, Seattle Seahawks, Tampa Bay Buccaneers und das Washington Football Team. Wir versuchen daher ein wenig Licht ins Titans-Backfield post Henry zu bringen (mögliche Trades zum Ende der Deadline nicht inkludiert) und haben zwei weitere potentielle Starter für die kommenden Fantasy-Lineups:


RB Jeremy McNichols / Adrian Peterson (Tennessee Titans)
Es ist also passiert. Dampfwalze Derrick Henry musste dem Arbeitsaufwand (fast 1300 Touches seit 2018, Postseason inklusive) der vergangenen Jahre Tribut zollen. Mittelfußbruch in Woche 8 gegen die Colts, Operation inklusive. Die Titans haben Henry auf Injured Reserve gesetzt. Ausfalldauer 6-10 Wochen. Ein herber Verlust für die Titans – und seine Fantasy-Owner. Kein Running Back war in der jüngeren Vergangenheit derart verlässlich für Henry. Auch heuer war der 27-Jährige eine Liga für sich:

In der laufenden Fantasy-Saison wird Henry keinesfalls zurückkehren. Es braucht daher Ersatz. Teaminterner Backup war bisher Jeremy McNichols. Die Titans haben gestern jedoch auf den Ausfall Henrys reagiert und Veteran Adrian Peterson unter Vertrag genommen. McNichols sah in dieser Saison erst 8 Laufversuche, wurde jedoch in Woche 4 intensiv ins Passspiel eingebunden (12 Targets, 8 Receptions, 74 Receiving Yards). Etwas verwunderlich: Nach Henrys Exit in Woche 8 gab es für McNichols erneut keinen einzigen Run, dafür 3 Receptions. Peterson wiederum ist seit Saisonbeginn ohne Team. Für die Lions lieferte der mittlerweile 36-Jährige in der vergangenen Saison passable 705 Total Yards und 7 Touchdowns. Petersons Blütezeit ist zwar vorbei, Gelegenheiten wird es in Tennessee dennoch zur Geüge geben. Kein Team hat in den vergangenen Jahren mehr auf das Laufspiel gesetzt, als die Titans. Henry war in dieser Saison für unglaubliche 55% aller Titans-Touches verantwortlich. McNichols/Peterson werden diese zwar nicht eins-zu-eins übernehmen. Wir gehen davon aus, dass McNichols vorerst als Lead-Back und vermehrt als Receiver im Einsatz sein wird (PPR-Ligen!). Peterson wird danach vor allem das Run Game übernehmen. Eine zweistellige Anzahl an Laufversuchen sollte der Oldie Woche für Woche auf jeden Fall sehen. Gelegenheit ist jedenfalls ausreichend vorhanden.

RB Boston Scott (Philadelphia Eagles)
Just als wir vergangene Woche Kenneth Gainwell als Sanders-Ersatz in Philadelphia auserkoren haben (siehe Daily Huddle Bericht), haben uns besagter Herr und die Eagles ein schönes Ei gelegt. Den Großteil der Arbeit zu Beginn des Spiels bekam Boston Scott, der die Partie mit 12 Rushes für 60 Yards und 2 Touchdowns beendete. Gainwell sah zwar 13 Laufversuche (nur 27 Yards). Ins Passspiel wurde der Rookie jedoch gar nicht eingebunden. Keiner der Läufe war an der gegnerischen Goal Line. Die bekam, nachdem Scott nach drei Vierteln eine Pause gegönnt wurde, Jordan Joward (ebenfalls 12 Rushes, 57 Yards, 2 Touchdowns). Der Spielverlauf aus Eagles-Sicht war sicherlich durch die frühe und deutliche Führung sowie die desolate Run-Defense der Lions geprägt. Gainwells Auftritt war dennoch eine herbe Enttäuschung. Die Eagles treffen in Woche 9 auf die L.A. Chargers. Deren Defense lässt die zweitmeisten Rushing Yards gegen Running Backs in dieser Saison zu. Scott sollte daher zumindest in der kommenden Partie ein Fantasy-Starter sein.

WR DeVante Parker (Miami Dolphins)
DeVante Parker hatte in Woche 8 mit 8 Receptions für 85 Yards ein starkes Comeback. Die drei Wochen davor musste der 28-Jährige verletzungsbedingt passen. Daher ist Parker in den meisten Fantasy-Ligen auf dem Waiver verfügbar, obwohl er vor der Saison der WR1 der Dolphins war. Den Status hat er sich am vergangenen Spieltag zurück geholt. Parker erzielte teamintern die meisten Targets, Receptions und Receiving Yards gegen eine starke Bills-Defense. In der laufenden Saison hat er in 5 Einsätzen immer mindestens 7 Targets gesehen. Die vergangenen beiden Spiele brachte er jeweils mehr als 17 PPR-Punkte aufs Scoreboard. Am kommenden Spieltag wartet mit den Houston Texans eine dankbare Aufgabe auf Parker und die Dolphins.