Das aktuell beste RB-Duo der NFL, ein Backfield, das unbedingt vermieden werden sollte und zwei Wide Receiver, die ihr euch dringend holen solltet. Das alles und noch viel mehr in unserer Fantasy Football Performance Analyse von Spieltag 3:

+++TOP+++

Nick Chubb / Kareem Hunt
Die Cleveland Browns haben aktuell den besten 1-2-Punch der NFL. Nick Chubb und Kareem Hunt tragen das Offensivspiel der Browns im Moment mehr oder weniger im Alleingang. Müssen sie bei den bescheidenen Leistungen von QB Baker Mayfield auch. Während Chubb die dritte Saison in Folge mit seinen Power Runs überzeugt, ist Kareem Hunt die perfekte Ergänzung als explosiver Pass Catching Back. Chubb hat aktuell die viertmeisten Rushing Yards der Liga und gemeinsam mit Aaron Jones und Dalvin Cook die meisten Rushing Touchdowns aller Running Backs. Ergibt RB4 in Standard Ligen und immerhin RB8 im PPR-Scoring. Hunt, momentan mit den drittmeisten Receptions und den meisten Receiving Touchdowns bei den Browns, belegt in beiden Formaten Platz 13 im RB-Ranking. Die Browns sind damit das einzige Team, das gleich zwei Running Backs in den Fantasy Top-15 hat.
Für Fantasy Owner gibt es wohl kaum Schlimmeres, als ein Tandem RB-Duo. Nach den ersten beiden Spieltagen war die Sorge groß, dass die Browns ihre Backs je nach Spielverlauf und nach dem Hot-Hand-Prinzip einsetzen. Aktuell bekommen aber beide ausreichend Touches, um für Fantasyteams relevant zu sein. Den „falschen” RB kann man bei den Run-lastigen Browns also im Moment nicht erwischen.

Josh Allen
Josh Allen ist aktuell QB2 im Fantasy Football. Vor Patrick Mahomes, Lamar Jackson, Dak Prescott und allen anderen, die nicht Russell Wilson heißen. Nach drei Spieltagen die zweitmeisten Passing Yards der Liga, zehn Passing Touchdowns bei nur einer Interception. Von wegen also, Allen könne nicht vernünftig werfen. Aus den vergangenen beiden Saisonen wissen wir, dass Allen ein sehr laufstarker Quarterback ist. 1.141 Rushing Yards und 17 Touchdowns in zwei Jahren sind starke Stats. Das Passspiel hingegen war mehr als ausbaufähig. Starker Arm, aber zu ungenau, war die Kritik an Allen. Im Fantasy Football galt der Bills Signal-Caller trotz Top-10-Finish als überschätzt und fiel vor dem Draft in die Kategorie „DO NOT DRAFT’. Eine Saison später und mit Stefon Diggs einen echten WR1 am Feld straft Allen seine Kritiker Lügen. Zweitbestes Quarterback-Rating der Liga, mit 9,1 Yards per Attempt ebenfalls den zweitbesten Wert, Rang 6 bei der Completion Percentage. Dazu kommen im Schnitt 6 Rushes pro Spiel. Allen punktet also als Passer und Rusher. Gratulation an alle Owner, die Allen in den mittleren und späteren Runden gedraftet haben. Für die kommenden Spiele gilt: Allen starten, zurücklehnen, Fantasy Games gewinnen.

 

+++FLOP+++

Backfield der New England Patriots
Unsere Regel Nummer 1 im Fantasy Football: DON’T DRAFT PATRIOTS RUNNING BACKS! Das Run-Game der Patriots ist aktuell alles andere als ein Flop. 534 Rushing Yards und 7 Touchdowns – beides Bestwert der Liga. Aus Fantasy-Sicht jedoch eine Katastrophe. Aktueller Rushing Leader der Pats? QB Cam Newton. RB Sony Michel hatte am dritten Spieltag zwar als erster Patriots-Runner in dieser Saison mehr als 100 Rushing Yards, war die beiden Spieltage davor aber quasi unsichtbar. Für die Touchdowns gegen die Raiders sorgte trotzdem ein anderer RB. Rex Burkhead lief mit dem Ei zweimal in die Endzone (und ein weiteres Mal nach einem Catch). Die meisten Rushing Attempts wiederum bekam Rookie-RB J.J. Taylor, der sich schon in den ersten beiden Spielen mit Newton, Michel, Burkhead und James White die Versuche aus dem Backfield geteilt hat. Dazu kommen Wide Receiver wie Julian Edelman und N’Keal Harry, die gelegentlich ebenfalls im Laufspiel eingesetzt werden. Dafür helfen wiederum die gelernten Runner fleißig im Passspiel aus. Gleich die Hälfte der 28 Passversuche von Cam Newton gegen die Raiders ging an seine Running Backs. Klingt verwirrend? Ist es auch. Nicht nur für die gegnerische Defense, sondern vor allem für Fantasy Owner. Viel Spaß also bei New Englands heiterem Backfield-Ratespiel in den kommenden Wochen.

Joe Mixon
Genauso ernüchternd wie starke Rotationen im Backfield sind First Round Picks, die nicht performen. In wohl den meisten Ligen in Runde 1 gedraftet (auch hier, schuldig!) ist Mixon nach drei Spieltagen die pure Enttäuschung. 164 Rushing Yards, keinen Touchdown, schwache 3,3 Yards per Carry, kaum ins Passspiel integriert. Großen Anteil daran hat die erbärmlich agierende O-Line der Bengals. Deren Rookie-QB Joe Burrow wurde bisher ganze 14 Mal gesacked. Mixon hatte bisher die sechstmeisten Rushing Attemps, liegt bei den Rushing Yards jedoch nur auf Platz 22. Mit Kyler Murray und Lamar Jackson haben sogar zwei – zugegeben laufstarke – Quarterbacks mehr Yards erzielt. Einen ähnlich schlechten Start kennt man von Mixon aus dem vergangenen Jahr. 2019 war er in den ersten sieben Spielen nicht einmal in den Top-30 der Running Backs. Danach folgten im Schnitt knapp 100 Yards pro Spiel und 5 Rushing Touchdowns. Mixon war in dem Zeitraum ein Top-5 Running Back. An Talent mangelt es bei ihm also nicht. Geduld zahlt sich vermutlich aus. Von einem 1st Round Fantasy Pick erwarten wir uns jedoch deutlich mehr als nur eine konstant gute Halbsaison.

 

+++MUST ADDS+++

Allen Lazard
Eigentlich hatten wir für vergangene Woche nach dem Ausfall von Davante Adams Marquez Valdes-Scantling als Must-Start gesehen. Der hatte nach zwei Spieltagen hinter Adams immerhin die zweitmeisten Targets und Receiving Yards der Packers-WR. Umso enttäuschender war seine Statline in Woche 3 gegen die Saints. Nur einen von vier Pässen gefangen, 5 Yards. Aaron Rodgers verlässlichstes Target in Abwesenheit von Adams war Allen Lazard. Acht Targets, 6 Receptions für 146 Yards und einen Touchdown. In der aktuellen Saison bereits sein zweiter Touchdown im dritten Spiel. Lazard hat nach drei Spieltagen außerdem die meisten Receiving Yards bei den Packers (254). Gegen die Saints hat er sogar Marques Valdes-Scantling (MVS) als Deep Threat ersetzt, am Ende mit sensationellen 24,3 Yards per Catch. MVS wird künftig sicher wieder mehr Bälle als am vergangenen Wochenende sehen. Trotzdem scheint Lazard der WR zu sein, dem Rodgers nach Adams am meisten vertraut. So wie bereits Ende vergangener Saison, die Lazard mit den zweitmeisten Receiving Yards (477) und drei Touchdowns bei den Packers abschloss. Rodgers ist heuer in Topform, wirft im Schnitt drei Touchdowns pro Spiel. Dank ihm wird Lazard zu einer interessanten WR3-/FLEX-Option. Mit Potential für mehr, sollte Adams länger ausfallen.

Justin Jefferson
Viel zu Jubeln gibt es bei den Minnesota Vikings in der aktuellen Saison nicht. Einer der wenigen Lichtblicke ist Rookie-WR Justin Jefferson, 22. Pick im heurigen Draft. Der ehemalige LSU Receiver ist mit Spieltag 3 in der NFL angekommen. 9 Receptions für 175 Yards, einen Touchdown und damit Fantasy WR2 am vergangenen Wochenende. Jefferson ist seitdem der erste Vikings-Rookie seit Hall-of-Famer Randy Moss 1998, der in einer Halbzeit mehr als 100 Receiving Yards erreicht hat. Moss beendete seine Rookie-Saison damals mit 69 Receptions, 1313 Yards und 17 Touchdowns. Solche Stats möchten wir Jefferson zwar nicht voraussagen. Dennoch erwarten, wir, dass er in den kommenden Wochen regelmäßig in das Offensivspiel der Vikings eingebaut wird. Die Idee von HC Mike Zimmer, das Spiel mit Run Game und tougher Defense zu kontrollieren, ist nach dem 0-3 Start nicht aufgegangen. Die Vikings haben aktuell die wenigsten Passversuche der gesamten NFL. Ein Umstand, der sich ändern muss und dank Jefferson, der im letzten College-Jahr ein richtiges Target Monster war, auch wird.

Defenses gegen die New York Jets
Liebe Jets-Fans, bitte ab hier nicht mehr weiterlesen. Falls ihr es doch tut, wir meinen es nicht böse. Aber die Jets-Offense ist ein Graus. Nach drei Spielen die wenigsten erzielten Punkte. Die wenigsten Passing Yards der NFL, Vorletzter bei den Total Touchdowns, die wenigsten First Downs, die zweitschlechteste Percentage bei 3rd Downs. Wir könnten noch ewig so weitermachen. QB Sam Darnold ist ein armer Hund. Sein Starting Running Back? Verletzt. Seine drei besten Receiver? Ebenfalls OUT. Darnolds aktuelle ‘Waffen’ sind – bei allem Respekt vor seiner unglaublichen Karriere – ein 37-jähriger Frank Gore, Braxton Berrios und Chris Hogan. Selbst wenn sich das Lazarett lichten sollte, dürfen wir nicht vergessen, dass Adam Gase Head Coach der New York Jets ist. Zumindest vorerst. Die Jets-Offense ist ein gefundenes Fressen für jede Defense. Und damit eine wunderbare Streaming-Option für Fantasy Football. Für uns ist klar: Wir starten jede Woche die Defense, die gegen die New York Jets spielt.