Wir gestalten die Fantasy Rubrik diese Woche aus gegebenem Anlass ein wenig anders. Unsere drei auserwählten Top-Performer sind gleichzeitig unsere MUST ADDS. Alle drei genannten Spieler sind in den meisten Ligen noch verfügbar. Vor allem der Erste dürfte keine große Überraschung sein. Dafür macht uns der FLOP in dieser Woche sehr traurig…

+++TOP & MUST ADDS+++

Chase Claypool
Der MUST ADD diese Woche ist eindeutig: Pittsburgh Steelers WR Chase Claypool! Der 22-jährige Rookie aus Kanada überzeugte in Woche 5 mit einer überragenden Performance (7 Receptions, 110 Yards, insgesamt 4 Touchdowns). Kein Spieler, Quarterbacks inklusive, erzielte am vergangenen Wochenende mehr Fantasy Punkte als Claypool. Die Chance, Claypool mit einer hohen Waiver Priority zu bekommen, dürfte gegen Null gehen.

All jene, die ihn ab Mittwoch im Kader haben, können ihn bedenkenlos starten lassen. Claypool wird keine Eintagsfliege bleiben. Auch wenn vier Touchdowns pro Spiel mehr Ausnahme als Regel bleiben werden. QB Ben Roethlisberger vertraut Claypool. Kein anderer Steelers-WR hatte gegen die Eagles annähernd viele Targets. Beinahe jeder Look von Big Ben in der Endzone ging an Claypool. Und wir erinnern uns an Martavis Bryant. Der 4th-Round Pick der Steelers aus 2014, mit ähnlichem Profil wie Claypool, wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem verlässlichen Target für Roethlisberger. Vor allem in der Endzone. Zumindest für zwei Saisonen, bis er dann mehrfach illegale Substanzen dem grünen Rasen vorgezogen hatte. Das Vertrauen von Big Ben am Feld hatte er. So wie Claypool es haben wird. Allen Claypool-Ownern ab morgen: Viel Spaß mit ihm für den restlichen Saisonverlauf!

Mike Williams
Mike Williams hat seit seinem Eintreten in die NFL eine – vor allem aus Fantasy-Sicht – eher enttäuschende Karriere hinter sich. 2017 als 7th Overall Pick von den (damals noch) San Diego Chargers gedraftet, wurde Williams den großen Erwartungen bisher nicht gerecht. Aufgrund einer Verletzung am Rücken hat Williams in seiner Rookie-Saison den Großteil der Vorbereitung und die ersten sechs Spiele verpasst, in den restlichen zehn Spielen war er ein Non-Factor. 2018 war Williams zwar kein Starter bei den Chargers, konnte aber mit 10 Touchdowns bei nur 43 Catches auf sich aufmerksam machen. Das dritte Jahr in der NFL brachte seine erste Saison mit 1.000+ Receiving Yards. Allerdings bei nur 49 Receptions und somit mehr als 20 Yards pro Catch. Und mageren zwei Touchdowns. Heißt aus Fantasy-Sicht: Ein Jahr nicht vorhanden, ein Jahr angewiesen auf Touchdowns, ein Jahr Big Play Receiver des Teams. Williams war somit in keiner der drei Saisonen ein zuverlässiger Fantasy-Receiver. War er auch in den ersten vier Wochen der aktuellen Saison nicht. Zu sehr stand Keenan Allen im Mittelpunkt. Bis sich dieser in Woche 5 gegen die New Orleans Saints verletzt hat. Die Folge waren 8 Targets, 5 Receptions für 108 Yards und 2 Touchdowns für Williams. Wie lange Allen ausfallen wird, ist noch unklar. Williams’ Auftritt in Woche 5 macht Lust auf mehr. Auch wenn Keenan Allen nach der Bye Week der Chargers kommende Woche wieder fit sein sollte.

Chase Edmonds
Eigentlich war Kenyan Drake vor Saisonbeginn der Must-Have-RB der Cardinals und einer unser Breakout-Kandidaten. Umso enttäuschender sind daher seine bisherigen Leistungen. Nur 314 Rushing Yards nach 5 Spielen, 2 Touchdowns, durchschnittliche 3,7 Yards pro Laufversuch, so gut wie nicht ins Passspiel eingebunden. Dafür macht seit zwei Spielen ein anderer Running Back in Arizona auf sich aufmerksam: Chase Edmonds, 4th-Round Pick der Cardinals 2018. Die letzten beiden Saisonen nur spärlich im Einsatz, weist Edmonds in den letzten beiden Begegnungen bessere Statistiken als Drake auf. Mehr Touchdowns, mehr Total Yards in beiden Partien gegen die Panthers und Eagles und jeweils mehr Fantasy Punkte – vor allem im PPR-Format (dank je 5 Catches in beiden Spielen). In Woche 5 war Edmonds gar Fantasy-RB7 im PPR-Scoring. Edmonds ist kein Bell Cow Back, und Drake wird vermutlich weiterhin die Touches an der Goal Line bekommen. Dennoch hat Edmonds in den letzten beiden Spielen bewiesen, dass er aus dem Backfield konstant für Gefahr sorgen kann. Für uns wird er damit in den kommenden Wochen zur spannenden FLEX-Option in PPR-Ligen.

 

+++FLOP+++

A.J. Green
Zugegeben, diesen Namen hier zu nennen schmerzt. A.J. Green, einer der feinsten und verlässlichsten Receiver der letzten Jahrzehnts. Ein Stud, der im Fantasy Football über Jahre dominiert hat. 2011 4th Overall von den Cincinnati Bengals gedraftet, zwei Picks vor Julio Jones. Sechs Saisonen mit mehr als 1.000 Receiving Yards in seinen ersten sieben Jahren in der NFL. Green war ein No-Brainer in den ersten Runden der Fantasy Drafts. Bis 2018. In dem Jahr gelang Green zwar sein erstes Spiel mit drei Touchdowns und das 32. Spiel mit mehr als 100 Receiving Yards in seiner Karriere. Aufgrund einer Zehenverletzung verpasste Green jedoch 8 der 16 Saisonspiele. Noch schlechter lief die Saison 2019. Der siebenfache Pro Bowler riss sich in der Vorbereitung mehrere Bänder im linken Knöchel. Obwohl Green damit nur die ersten Spiele der Saison verpassen hätte sollen, fiel er am Ende die gesamte Saison aus. Die Zeit in Cincinnati schien sich dem Ende zuzuneigen, als die Bengals in der heurigen Off-Season Green mit dem Franchise Tag für ein weiteres Jahr verlängerten. Ein Move, den sich die Bengals sparen hätten können. Green steht nach fünf Spielen bei 14 Receptions für 119 Receiving Yards (kein Touchdown). Bengals-intern jeweils nur auf Rang 5. Tyler Boyd ist längst der WR1 der Bengals. Rookie Tee Higgins bekommt die Targets in der Red Zone. Aber auch als Deep Threat kommt Green nicht mehr zur Geltung, konnte von elf tiefen Bällen keinen einzigen fangen . Die WR1-Zeiten von Green sind vorbei. In der NFL und im Fantasy Football. Erwartet aber auch niemand mehr. In Standard-Ligen ist Green gerade noch in den Top-100 der Wide Receiver. In PPR-Ligen auf Platz 79. Damit ist Green nicht einmal mehr einen Platz auf der Bank Wert. Und das tut bei einem derart großartigen Receiver so richtig weh.