Der 7. Spieltag hatte unglaubliche Fantasy Performances zu bieten. Davante Adams hat Matchups im Alleingang gewonnen. Oder zerstört, je nachdem auf welcher Seite man gestanden ist. DeAndre Hopkins hat erneut bewiesen, warum er DER WR1 der Liga ist. A.J. Brown konnte die dritte Woche in Folge zeigen, was für ein Biest er ist. Dennoch hat ein Wide Receiver aus Seattle alles in dieser Saison bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Und nein, es war nicht DK Metcalf. Viel Spaß mit unserem Fantasybericht zu Woche 7.

+++TOP+++

Tyler Lockett
Es gibt Top-Leistungen und es gibt überragende Fantasy Performances. Und dann gibt es Leistungen wie jene von Tyler Lockett am 7. Spieltag: 15 gefangene Bälle, 200 Yards, 3 Touchdowns. Im PPR-Format ergibt das unfassbare 53 Punkte. In einem Spiel! Das sind mehr Punkte, als Jerry Jeudy, Sammy Watkins oder TY Hilton in der gesamten Saison erzielt haben. Lockett ist dank dem vergangenen Wochenende WR2 in sämtlichen Fantasy Formaten. In Standard-Ligen hinter Calvin Ridley, in PPR-Formaten hinter DeAndre Hopkins. Die beiden haben im Gegensatz zu Lockett ihre Bye Weeks aber noch vor sich. So ganz aus dem Nichts kam die Leistung nicht. Seit 2015 in der Liga (in Runde 3 von den Seahawks gedraftet), hat sich Lockett in den ersten drei Jahren vor allem als gefährlicher Kick- und Punt-Returner einen Namen in der NFL gemacht. 2018 ist er dann als Receiver knapp an der 1.000 Yard Marke vorbeigeschrammt, konnte aber immerhin 10 Touchdowns fangen. Am Ende der letzten Saison standen erstmals über 1.000 Receiving Yards auf seinem Konto, dazu 8 Touchdowns. Auch in den ersten drei Partien der heurigen Saison konnte Lockett erneut überzeugen. Er stand aber meistens im Schatten von Breakout-WR DK Metcalf. Nicht am vergangenen Wochenende. Mit Lockett in der Aufstellung muss es quasi unmöglich gewesen sein, ein Matchup in Woche 7 nicht zu gewinnen.

Jeff Wilson
Der Tyler Lockett der Running Backs war Jeff Wilson von den 49ers. Der lief zwar für keine 200, sondern „nur” 112 Yards, fand aber ebenso drei Mal in die Endzone. Ins Passspiel wurde Wilson gegen die New England Patriots kaum eingebunden, dennoch ist er in Woche 7 der RB1 im Fantasy Football.  Für Wilson war es in der aktuellen Saison bereits das zweite Spiel mit mehreren Touchdowns. Schon in Woche 3 fand er gegen die New York Giants zweimal in die Endzone. San Francisco und ihre Running Backs, es funktioniert einfach. Wilson war zu Beginn der Saison in der Rangordnung der 49ers eigentlich nur Nr. 4 hinter Raheem Mostert, Tevin Coleman und Jerick McKinnon. Nach den Ausfällen der beiden Erstgenannten war Wilson aber ein zuverlässiger Ersatz. Zu schade, dass er sich gegen die Patriots kurz vor Ende des Spiels am Knöchel verletzt hat und mittlerweile auf IR gesetzt wurde. Er wird dadurch zumindest bis inklusive Woche 10 ausfallen. Bis dahin sollten Jerick McKinnon und Rookie JaMycal Hasty im Backfield übernehmen. Zumindest kommende Woche wird das gegen die gewohnt starke Run Defense der Seattle Seahawks keine einfache Aufgabe.

James Robinson
Wir müssen zugeben, dass James Robinson für uns bisher ziemlich unter dem Radar geflogen ist. Die ersten Gerüchte aus der Off-Season und seine starken Leistungen in den ersten drei Runden haben wir sehr wohl mitbekommen. Nachdem man Spielern der Jacksonville Jaguars aber generell wenig vertrauen kann – im Fantasy Football wie in der NFL – waren wir trotz ordentlichem Saisonbeginn bei Robinson ein wenig vorsichtig. Zu vorsichtig, anscheinend. In Woche 7 folgte erneut ein bärenstarker Auftritt mit insgesamt 137 Yards und 2 Touchdowns. Robinson ist am besten Weg, einen auf Phillip Lindsay zu machen. Der war, so wie Robinson heuer, 2018 ein Undrafted Free Agent bei den Denver Broncos und am Ende der Saison ein RB1 im Fantasy Football. Robinson steht im Fantasy Ranking aktuell auf Rang 3 in Standard Ligen, in PPR-Formaten sogar an zweiter Stelle. Aktuell ist er bis zum Ende der Saison on pace für stolze 1.613 Total Yards und 13,7 Touchdowns. In Woche 8 darf Robinson vorerst seine Bye Week genießen. Und danach beweisen, dass man Spielern der Jaguars doch eine ganze Saison lang trauen kann.

 

+++FLOP+++

Mike Evans
Die Offense der Tampa Bay Buccaneers klingt wie aus NFL Madden. Gefühlt jede Woche kommt ein neuer Star-Spieler hinzu. In der Off-Season G.O.A.T. Tom Brady geholt und dafür QB Jameis Winston abgegeben, obwohl der die meisten Passing Yards 2019 hatte. Der Wechsel war absolut nachvollziehbar. Dass die Bucs trotz O.J. Howard und Cameron Brate mit Bradys Busenfreund Rob Gronkowski einen TE aus der Pension zurückholen, war deutlich überraschender. Und weil Ronald Jones (2nd Round Pick 2018) und Rookie Ke’Shawn Vaughn (3rd Round) im Backfield nicht genug waren, haben die Bucs Ende Juli Free Agent LeSean McCoy verpflichtet und Anfang September Ex-Jaguar Leonard Fournette verpflichtet. Vergangene Woche dann der nächste Coup: der siebenfache Pro Bowler Antonio Brown bekommt in Tampa eine neue Chance (Daily Huddle berichtete). Obwohl die Bucs mit Chris Godwin und Mike Evans bereits zwei Top-10 WR in ihren Reihen haben. Die Moves zahlen sich bisher aus. Vor allem in den letzten beiden Begegnungen wurden die Green Bay Packers (38-10) und die Las Vegas Raiders (45-20) regelrecht überrollt. So sehr die Offense auch mit Superstars besetzt sein mag, aus Fantasy Sicht ist sie ein Graus! Der Leidtragende aus unserer Sicht ist Mike Evans. Der Mike Evans, der bisher in all seinen sechs NFL Saisonen über 1.000 Receiving Yards und bisher insgesamt 56 Touchdowns erreicht hat. Dürfte Tom Brady jedoch egal sein. In vier von sieben Saisonspielen sah Evans nur vier oder weniger Targets. In Woche 3 gegen die Denver Broncos war das noch witzig. Immerhin waren beide Receptions für insgesamt 2 Yards auch 2 Touchdowns. Als reines Red Zone Target wollen wir ein Kaliber wie Mike Evans jedoch nicht sehen. Tom Brady anscheinend schon. Evans steht nach 7 Spielen immerhin bei 6 Touchdowns, hat aber nur 25 Bälle für 318 Yards gefangen. Ob Besserung in Sicht ist, wissen wir nicht. Chris Godwin fällt zumindest die kommende Woche mit einem gebrochenen Finger aus. Noch ist aber unklar, wie die Buccaneers Antonio Brown künftig einsetzen wollen. Mike Evans zu vertrauen, ist im Moment brutal schwer. Und das gefällt uns gar nicht!

 

+++MUST ADD+++

Chase Edmonds
Chase Edmonds war bereits nach Woche 5 einer unserer MUST ADDS. Gut möglich, dass der RB der Arizona Cardinals nach nur 29 Total Yards in Woche 6 gegen die Cowboys wieder verfügbar ist. All jene, die sich Edmonds nach Spieltag 5 nicht geholt haben, müssen das auf jeden Fall diese Woche tun. Auch wenn das Team aus Arizona in Woche 8 auf Bye Week ist. Der Starting RB der Cardinals, Kenyan Drake, hat sich beim Überraschungssieg gegen die Seattle Seahawks am vergangenen Wochenende gröber am Knöchel verletzt und dürfte mehrere Wochen ausfallen. Edmonds hat gegen die Seahawks eindrucksvoll gezeigt, dass er ein würdiger Ersatz für Drake ist. Trotz wenig Einsatzzeit 5 Rushes für 57 Yards und 7 Catches für weitere 87 Yards. Edmonds hat nicht das erste Mal in dieser Saison bewiesen, dass er ein dynamischer Läufer und ein gefährlicher Receiver aus dem Backfield sein kann. Drake war als Starter in den ersten sieben Wochen für fast ein Drittel aller Offensivplays verantwortlich. Wir gehen davon aus, dass Edmonds Touches nicht viel weniger sein werden.

Brandon Aiyuk
Wie schon weiter oben erwähnt, fällt bei den San Francisco 49ers mit Jeff Wilson nach Raheem Mostert und Tevin Coleman der nächste Running Back aus. Rookie JaMycal Hasty dürfte als Ersatz die Early Downs bekommen, Jerick McKinnon die 3rd Downs. Einem der beiden zu trauen ist uns aber zu unsicher. Wir sehen eher Rookie-WR Brandon Aiyuk als Profiteur der erneuten Ausfälle bei den 49ers. Auch deshalb, weil sein Kollege Deebo Samuel aufgrund einer Hamstring-Verletzung zumindest die beiden kommenden Partien ebenfalls ausfallen dürfte. Aiyuk, heuriger 1st Round Pick der 49ers, passt vom Spielstil perfekt in die Offensive von HC Kyle Shanahan. Im College galt er als Big Play Threat und als besonders starker Läufer nach dem Catch. In Woche 7 hat er das gegen die New England Patriots eindrucksvoll zur Schau gestellt. Seine Stat-Line mit 6 Receptions für 115 Yards wäre vermutlich sogar noch höher gewesen, wäre die Partie nicht derart einseitig zugunsten der 49ers gelaufen. Aufgrund der vielen neuerlichen Ausfälle bei San Francisco sehen wir in den nächsten Spielen wieder Monster-Performances von TE George Kittle kommen. Wir erwarten aber auch, dass Aiyuk vermehrt in das Offensivspiel eingebunden wird und eine durchaus interessante FLEX-Option für Fantasy Teams darstellt.