Der Abpfiff des 17. Spieltages bedeutet für 18 der 32 Teams gleichzeitig das Ende der NFL-Saison. Für 14 Teams geht es in den Playoffs weiter, der Rest darf den mehr oder weniger verdienten Urlaub antreten. Während die Spieler der ausgeschiedenen Teams ihre Locker Rooms räumen, steht für die Head Coaches der wohl heikelste Tag der Saison an. Der „Black Monday“, der erste Tag nach Ablauf der Regular Season ist jener Montag, an dem die erfolgloseren Trainer um ihren Job zittern müssen.


Aktuell sind in der NFL vier Posten als Head Coach vakant. Schon während der Saison zogen die Houston Texans, Atlanta Falcons und Detroit Lions die Reißleine. Nach dem vierten Spieltag wurde Bill O’Brien bei den Texans entlassen und gleichzeitig von seinen Aufgaben als General Manager entbunden. Interimistischer Nachfolger wurde Romeo Crennel, bis dato ältester Head Coach der NFL-Geschichte. Crennel beendete die restliche Saison mit einem persönlichen 4-7 Record als 3. der AFC South. Eine Verlängerung über die Saison hinaus gilt für den langjährigen Assistant Coach und Defense Coordiator der Texans als ausgeschlossen. Erste Gespräche gab es bereits mit Jim Caldwell (ehemals Detroit Lions) und Marvin Lewis (zuletzt bei den Cincinnati Bengals).

Bei den Falcons musste nach fünf Niederlagen zu Beginn der Saison Dan Quinn seinen Trainerstuhl räumen. General Manager Thomas Dimitroff wurde ebenfalls entlassen. Quinns Nachfolger Raheem Morris hat gute Chancen auf einen langfristigen Verbleib als Head Coach der Falcons, die im kommenden Draft den 4. Pick halten. Nicht ausgeschlossen, dass man sich in Atlanta von QB Matt Ryan und Star-WR Julio Jones verabschiedet und vor einem kompletten Rebuild steht.

Nach dem 12. Spieltag feuerten die Detroit Lions Head Coach Matt Patricia sowie General Manager Bob Quinn. Patricia belegte auch in seiner dritten Saison an der Kommandobrücke der Lions den letzten Platz in der NFC North. Mit einem Gesamtrekord von 13-29-1 war die Entlassung des ehemaligen Vertrauten von Bill Belichick überfällig. Für Patricias Nachfolge wurden bereits erste Gespräche mit Marvin Lewis geführt. Die Lions haben jedoch Interviews mit rund 10 Kandidaten geplant, darunter der aktuelle Interims-Coach Darrell Bevel sowie 49ers-DC Robert Saleh und Chiefs-OC Eric Bienemy.

Jets entlassen Adam Gase
Noch am Sonntag entließen die New York Jets nach dem 14:28 gegen die New England Patriots Head Coach Adam Gase. Eine Entlassung, die überfällig und zu erwarten war (Daily Huddle berichtete). Der ehemalige Head Coach der Miami Dolphins kam in New York in zwei Saisonen auf nur 9 Siege bei 23 Niederlagen. Die aktuelle Saison beenden die Jets mit einem Record von 2-14. Die Offense rangierte unter Gase in der Vorsaison auf dem 31. Platz, ist heuer Letzter. Dank der zweitschlechtesten Saisonbilanz halten die Jets im kommenden Draft den 2nd Overall Pick. General Manager Joe Douglas steht mit der Suche nach einem Neuen Head Coach auch vor einer Entscheidung auf der Position des Quarterbacks. Geben die Jets Sam Darnold mit dem neuen Trainer noch eine Chance? Oder wird es mit einem Rookie-QB einen kompletten Rebuild geben? Nachdem die Jets „nur” den 2nd Overall Pick besitzen, sind Chancen auf Trevor Lawrence drastisch gesunken. Der QB der Clemson University gilt als sicherste Option auf der QB-Position seit vielen Jahren, wird als echter “Franchise Changer” gesehen. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, gänzlich chancenlos, Lawrence doch noch zu bekommen, sind die Jets nicht. QB Justin Fields von Ohio State gilt als gefährlicher Außenseiter für den 1st Overall Pick, den die Jacksonville Jaguars besitzen.

Doug Marrone vor dem Aus in Jacksonville
Geht es nach NFL-Insider Ian Rapoport entlassen die Jacksonville Jaguars ihren Head Coach Doug Marrone. Der ehemalige Head Coach der Buffalo Bills konnte in vier Jahren bei den Jaguars nur eine Saison mit einem Winning Record abschließen. Die aktuelle Spielzeit beendete die Franchise von Owner Shahid Khan auf dem letzten Platz. Als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Marrone gilt Urban Meyer, der lange Jahre im College Football höchst erfolgreich war. Meyer ist einer von nur drei Head Coaches, der mit zwei verschiedenen Colleges die nationale Meisterschaft gewinnen konnte. Vor seinem Rücktritt coachte Meyer von 2012 bis 2018 das Team der Ohio State University. In seinem letzten Jahr bei den Buckeyes war Justin Fields einer seiner Quarterbacks. Drei Jahre später galt Fields lange Zeit als bester College-QB hinter Trevor Lawrence. Im Halbfinale der College-Playoffs nahm Fields jedoch die von Lawrence angeführten Clemson Tigers mit 6 Touchdowns auseinander. Gut möglich, dass Fields mit einer weiteren Galavorstellung im Championship Game entgegen der Erwartungen statt Lawrence in Jacksonville landet. Laut Berichten aus Meyers Umfeld stellt dieser bereits einen Coaching Staff für seine Rückkehr zusammen. Fields könnte ein wichtiger Baustein für Meyer sein, sollte der sein System aus dem College nach Jacksonville bringen wollen.

(Fast) Alles beim Alten in Philadelphia
Doug Pederson
, Head Coach der Philadelphia Eagles, dürfte seinen Posten laut ersten Berichten trotz einer enttäuschenden Saison behalten. Die Eagles beenden die aktuelle Saison mit einem Record von 4-11-1 und halten den 6th Overall Pick im kommenden Draft. Nicht nach Philly zurückkehren wird hingegen Defensive Coordinator Jim Schwartz. Der 54-Jährige nimmt sich in der kommenden Saison eine Auszeit. Auch ein Rücktritt nach 28 Jahren in der NFL steht im Raum. Pederson wird kommende Saison vor der Entscheidung stehen, ob er die Eagles mit Carson Wentz oder Rookie Jalen Hurts als Quarterback zurück in die Spur bringen will.