Der Black Monday in der NFL ist in vollem Gang! Nach Vic Fangio gestern wurden heute Mike Zimmer (Minnesota Vikings), Matt Nagy (Chicago Bears) und Brian Flores (Miami Dolphins) als Head Coaches entlassen. In Minnesota und Chicago müssen auch die General Manager ihre Posten räumen. Damit sind aktuell 6 NFL-Teams auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer.


Der erste Montag nach Ende der Regular Season ist kein guter Tag für mäßig erfolgreiche Head Coaches und General Manager in der NFL. In Denver hat man auf den “Black Monday” erst gar nicht gewartet. HC Vic Fangio wurde bereits am Sonntag entlassen (Daily Huddle berichtete). Am heutigen Montag (10.01.) folgten – bisher – drei weitere.

Ende einer Ära in Minneapolis
Die Minnesota Vikings haben sich wie erwartet von Mike Zimmer getrennt. Der Head Coach muss nach 8 Saisonen seinen Platz räumen. Die Vikings haben nach der 10:37-Niederlage gegen die Green Bay Packers am 17. Spieltag erneut die Playoffs verpasst. Eine Entlassung Zimmers stand danach im Raum. Die Owner der Vikings wollten dies vor dem letzten Saisonspiel jedoch nicht bestätigen. Am Tag nach dem Saisonfinale folgte dann doch die offizielle Bestätigung:

Zimmer verlässt die Vikings mit einer Bilanz von 72-56-1, die drittbeste in der Geschichte der Franchise. Zwei Titeln in der NFC North (2015, 2017) stehen 5 verpasste Playoff-Teilnahmen gegenüber. Mit Zimmer muss auch Rick Spielman seinen Hut nehmen. Dessen Ära als General Manager der Vikings endet nach 16 Jahren. Laut Zygi und Mark Wilf, Eigentümer der Vikings, ist es Zeit für eine neue Führung in Minnesota, um ein dauerhafter Kandidat für den Super Bowl sein zu können. Die erste große Aufgabe steht für die neue sportliche Leitung auf der Quarterback-Position an. Kirk Cousins ist kommende Saison im letzten Vertragsjahr. Der garantiert ihm 2022 35 Millionen $, der Cap Hit von 45 Millionen Dollar ist der dritthöchste der gesamten Liga. Stolze zahlen für einen Quarterback, der die Vikings in vier Jahren nur einmal in die Postseason führen konnte.

Clean House auch in Chicago
Ein Tapetenwechsel hat sich auch in Chicago angekündigt. Die Bears haben einen Tag nach dem Saisonfinale (17:31 gegen die Minnesota Vikings) Head Coach Matt Nagy und General Manager Ryan Pace von ihren Aufgaben entbunden:

Nagys Zeit in Chicago begann vielversprechend. Vor seinem Amtsantritt 2018 hatten die Bears 7 Jahre in Folge die Playoffs verpasst. Die Premierensaison war gleich von Erfolg gekrönt. Nagys Bears beendeten die Spielzeit 2018 als Nummer 1 in der NFC North (12 Siege, 4 Niederlagen), scheiterten in den Playoffs dann am späteren Super Bowl Champion aus Philadelphia. Der Turnaround bescherte Nagy den Titel zum “Coach of the Year”. Eine weitere winning season sollte in den drei Spielzeiten danach nicht mehr folgen. Die Bears erreichten 2020 zwar ein zweites Mal die Playoffs (Aus gegen die New Orleans Saints im Wildcard Game). 11 Niederlagen bei nur 6 Siegen 2021 waren für die Verantwortlichen jedoch Grund genug, die Reißleine zu ziehen. Erschreckend schwach präsentierte sich in den letzten drei Jahren die Offense der Bears. Von 2019 bis 2021 stand Chicagos Offensivreihe am Ende der Saison jeweils außerhalb der Top-20.

Hauptgrund dafür waren fragwürdige Entscheidungen auf der Quarterback-Position. Ein Bereich, für den auch General Manager Ryan Pace Verantwortung trägt. Dessen Ära begann 2015 weniger rosig. Die Bestellung von John Fox als Head Coach erwies sich als grobe Fehlentscheidung. Fox wurde nach drei Saisonen (11 Siege, 34 Niederlagen) und ebenso vielen letzten Plätzen in der NFC North entlassen. Nagy folgte und übernahm 2018 mit Mitchell Trubisky als Quarterback. Für den draftete Pace 2017 überraschend und ohne Not auf den #2 Spot hoch. Trubiskys Leistungen blieben bescheiden. Die Bears sahen von der “5th Year Option” ab. Der Quarterback unterschrieb nach vier Jahren als Back-Up bei den Buffalo Bills. Pace erhielt im Draft 2021 erneut die Chance, einen Franchise-Quarterback an Land zu ziehen. Die Bears schickten reichlich Draft Picks zu den New York Giants, um in der Offseason Justin Fields an Position 11 auswählen zu können. Der Rookie erwies sich jedoch als wenig pro-ready. Fields wechselte sich mit den Veteranen Andy Dalton und Nick Foles als Signal Caller ab. Die Bears-Offense brachte keiner der drei zum Laufen. Der neuen sportlichen Führung steht mit Fields ein talentierter Quarterback zur Verfügung. Dank des Draft Trades muss sie im kommenden April aber ohne 1st- und 4th-Rounder auskommen.

Überraschendes Ende in Miami
Deutlich weniger zu Erwarten war die Entscheidung der Miami Dolphins. Die haben sich nach drei Saisonen von Head Coach Brian Flores getrennt. Der übernahm das Team 2019, als sich die Dolphins mitten im Rebuild befanden. Trotz 10 Siegen reichte es 2020 knapp nicht für die Playoffs. Die aktuelle Saison war eine wilde Achterbahnfahrt. Auf den 1-7 Saisonstart folgten 7 Siege in Serie. Eine 3:34-Niederlage am 17. Spieltag gegen die Titans beendete jedoch erneut die Hoffnungen auf die Postseason. Zu wenig für Dolphins-Owner Stephen Ross. Der sah zu wenig sportliche Entwicklung und beschloss nach Ablauf der Saison die Trennung von Flores. Spannungen zwischen dem Head Coach und General Manager Chris Grier dürften bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Grier bleibt vorerst im Amt, obwohl dessen Entscheidung, QB Tua Tagovailoa 2020 an 5. Stelle zu draften, bisher nicht aufgegangen ist. Die Dolphins waren deshalb immer wieder heißer Kandidat auf einen Trade für Texans-QB Deshaun Watson. Das scheint sich mit der Entlassung von Flores erledigt zu haben. Erste Gerüchte, wonach Jim Harbaugh Kandidat für den Trainerposten sein soll, wurden von Ross ebenfalls dementiert. Die Dolphins gehen vorerst ohne Head Coach, dafür mit dem meisten Cap Space der NFL in die kommende Offseason.