Die Tampa Bay Buccaneers ziehen in den 55. Super Bowl, der am 7. Februar 2021 in der Heimstätte der Bucs in Florida ausgetragen wird. Möglich machte das ein 31:26 Sieg über die Green Bay Packers. Die Defense der Bucs war der Schlüssel zum Erfolg. Packers QB Aaron Rodgers (346 Passing Yards, 3 TD, 1 INT) kassierte gleich fünf Sacks. Für QB Tom Brady ist es die insgesamt zehnte Teilnahme am Super Bowl.


Das Duell der Legenden eröffnete Tom Brady mit den Tampa Bay Buccaneers, der sein Team gleich im ersten Drive aufs Scoreboard setzte. Drei erfolgreich durchgeführte Third-Down-Versuche beförderte die Bucs kurz vor die 20 Yard Linie. WR Mike Evans sorgte nach einer Vertical Route für die Führung. CB Kevin King segelte dabei recht unbeholfen in der Endzone umher. Die Packers, die nach den überzeugenden Leistungen in der Post-Season als Favorit in die Begegnung gingen, fanden zu Hause am Lambeau Field erst spät ins Spiel. Die Defense der Bucs dominierte die Line-of-Scrimmage und verbuchte gleich im ersten Viertel zwei Sacks. Es wurde geblitzt was das Zeug hält. Aaron Rodgers am Boden. Ein Bild mit Seltenheitscharakter in dieser Saison. Der Ausfall von Left Tackle David Bakhtiari machte sich immer mehr bemerkbar. Kurz darauf zeigte Rodgers, weshalb er als heißester Kandidat für den MVP-Titel geführt wird. Pass auf WR Marquez Valdes-Scantling, der sich im 1:1 Duell gegen CB Carlton Davis durchsetzte und mühelos in die Endzone trabte.

Big Plays der Bucs sorgt für komfortable Führung
Der zwischenzeitliche Ausgleich hielt nicht lange Stand. Tom Brady benötigte lediglich zwei Big Plays, um die Bucs wieder in Führung zu bringen. Nach einem 52-Yards Monster-Catch von WR Chris Godwin vollendete Leonard Fournette den Drive. Der Running Back der Bucs, der gewöhnlich für einige Drops gut ist und die Brechstangen-Variante bevorzugt, überzeugte am Weg in die Endzone mit einer graziösen Pirouette.

Nach einer viel zu kurzen Verschnaufpause für Rodgers & Co. war die Offense der Packers gefragt. Mehr als ein erfolgreich verwandeltes Field Goal durch Mason Crosby schaute nicht heraus. Bei diesem Drive fand auch der Erfolgsrun von WR Davante Adams ein Ende. Nach über 150 Catches ohne einen Drop ließ Rodgers bevorzugt Anspielstation nach einem perfekt designten Play einen Pass in der Endzone fallen. Den Schwarzen Peter bekam ein anderer zugeschoben: Kevin King, der gegen Bucs WR Scotty Miller das Nachsehen hatte. Zu seiner Verteidigung: Weshalb bei einem 4-and-3 mit 8 Sekunden auf der Uhr nicht tief verteidigt wurde, weiß wohl nur der Defensive Coordinator der Packers, Mike Pettine. Halbzeitstand: 21:10.

Defense der Bucs befördern Brady in den Super Bowl
Die Packers sind in Halbzeit zwei unter Zugzwang. Nach einem Turnover der Bucs – RB Aaron Jones (Packers) mit einer Fumble – drohte die Begegnung vollkommen zu kippen. Snap an der One-Yard-Line, kurzer Pass auf Tight End Cameron Brate. Touchdown. 28:10! Die Bucs sind mit einem Schritt im Super Bowl. Für Brady wäre es die zehnte Teilnahme. Noch ist es nicht so weit. Mitte des dritten Viertels meldeten sich die Packers zurück. Ein schneller Touchdown durch Tide End Robert Tonyan sowie eine Interception durch Safety Adrian Amos brachte Green Bay wieder in Schlagweite. Ein dringend notwendiges Lebenszeichen der Secondary der Packers. Und auch Pro Bowler Davante Adams hat seinen kurzen Durchhänger überwunden und brachte Green Bay auf 23:28 heran. Kurz zuvor konnte „The G.O.A.T.” den Franchise Rekord mit den meisten Touchdown Pässen in der Post-Season für seinen neuen Arbeitgeber brechen. Ein Rekord, der Brady mehr hemmte als beflügelte. Es folgten zwei Interceptions durch den Shutdown Corner der Packers, Jaire Alexander. Zwei Turnover am Silbertablett serviert ließen die Packers ungenutzt. Rodgers kassierte zwischenzeitlich seinen fünften Sack.

Zum Ende der Partie wird es kurios. Rodgers bringt seine Offense an die 8-Yard-Linie der Buccaneers. Zum Ausgleich fehlen 8 Punkte, knapp über zwei Minuten stehen noch auf der Uhr. Anstatt den vierten Versuch auszuspielen, schickte Packers-HC Matt LaFleur die Field Goal Unit aufs Feld. Mason Crosby verkürzt auf 26:31. Warum LaFleur nicht auf den Touchdown und möglichen Ausgleich geht, bleibt ein Rätsel. Rodgers, dem zuvor die Play Calls überlassen wurden, hätte das 4. Down jedenfalls anders gelöst.

Die Bucs geben den Ball danach nicht mehr ab. Mit einem 31:26 Triumph zieht Tom Brady mit seinem Team in den Super Bowl. Die Buccaneers sind damit das erste Team der NFL-Geschichte, das ein Endspiel in der eigenen Heimstätte erleben darf.