Zum Abschluss des Super Wild Card Wochenendes mussten die Cleveland Browns bei den Pittsburgh Steelers antreten. Mit einem 48:37 Auswärtstriumph der Browns geht der Traum vom Super Bowl für Mayfield, Chubb & Co. weiter, die ihren ersten Playoff-Sieg seit 1994 erzielten und eine 17 Spiele andauernde Durstrecke am Heinz Field beendeten. Die Steelers erwischten einen rabenschwarzen Tag und verschuldeten insgesamt fünf Turnover. Im Spiel zuvor ließen die New Orleans Saints in einer Abwehrschlacht den Chicago Bears keine Chance. Mit 21:9 zogen die Saints in die Divisional Round ein. Bei den Bears, die ohne ihre Tackling Maschine Roquan Smith auskommen mussten, enttäuschte vor allem die Offense um QB Mitchell Trubisky.


Ein Divisions-Duell in den Playoffs bringt besondere Brisanz mit. Mit den Pittsburgh Steelers und Cleveland Browns trafen zwei ewige Rivalen aus der AFC North aufeinander, die sich erst in der Vorwoche gegenüberstanden. Am letzten Spieltag der Regular Seasons blieben die Browns mit 24:22 siegreich und qualifizierten sich damit im letzten Moment für die Playoffs. Pittsburgh schonte dabei unter anderem QB Ben Roethlisberger. Eine Revanche in der Post-Season war fest eingeplant. Großmaul Juju Smith-Schuster goss vor der Begegnung zusätzlich ordentlich Öl ins Feuer.

Browns-Defense erwischt Steelers eiskalt
Dass die Steelers im Wild Card Game am heimischen Heinz Field einen katastrophalen Start erwischten, wäre wohl maßlos untertrieben. Der Spielstand nach dem ersten Viertel: 28:0 für die Browns! Die Steelers standen sich dabei selbst im Weg. Pittsburghs Offense um Ben Roethlisberger verursachte drei Turnover (zwei Interceptions, ein Fumble), welche die Browns eiskalt ausnutzen. Browns Safety Karl Joseph eroberte ein Fumble gleich beim ersten Snap des Spiels in der Endzone der Steelers. RB Kareem Hunt (zwei Touchdowns) und WR Jarvis Landry legten drei weitere Scores nach und sorgten damit für einen Playoff-Rekord.

Besserung im zweiten Viertel? Fehlanzeige. Das Turnover-Festival ging munter weiter, Roethlisberger warf seine dritte Interception. Pittsburghs Abwehrreihe passte sich dem Niveau der Offense an und ließ einen weiteren Score durch TE Austin Hooper zu. Kurz davor sorgte RB James Conner erstmals für Zählbares auf Seiten der Steelers. Halbzeitstand 35:10 für die Browns.

Ein aussichtsloser Comeback-Versuch
Erst zwei Teams konnten in der Playoff-Geschichte einen 28 Punkte Rückstand aufholen. Den Steelers sollte dieses Kunststück nicht gelingen, obwohl sich das Momentum in der zweiten Halbzeit zunehmend auf Seiten des 6-maligen Super Bowl Siegers schob. Ben Roethlisberger sorgte für zwei Touchdowns durch TE Eric Ebron und WR Juju Smith-Schuster. Bei den Browns machten sich die COVID19-bedingten Ausfälle der Cornerbacks Denzel Ward und Kevin Johnson bemerkbar. Die Hoffnungen der Steelers endgültig zunichte machten Browns-RB Nick Chubb mit einem 40 Yards Score zu Beginn des letzten Viertels.

Bei zwei verwandelten Field Goals durch Cody Parkey wählten die Browns danach die Sicherheitsvariante. Baker Mayfield (21 Completions für 263 Yards und 3 Touchdowns) blieb trotz Ausfällen in der O-Line mit seinen kurzen, schnellen Pässen fehlerlos. Sein Gegenüber legte zwar zwei weitere Touchdowns durch Rookie-WR Chase Claypool nach, warf jedoch auch seine 4. Interception. Mit fünf Turnover war es den Steelers unmöglich, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Die Browns ziehen in Abwesenheit ihres Head Coaches Kevin Stefanski (Daily Huddle berichtete) souverän in die nächste Runde der Playoffs ein. Das Loser Image dürfte damit endgültig abgelegt sein. In der Divisional Round trifft Cleveland auswärts auf die Kansas City Chiefs. Für die Pittsburgh Steelers nimmt die Saison nach dem 11-0 Start in der Regular Season ein jähes Ende. Juju Smith-Schuster musste eine weitere schmerzhafte Lektion in Sachen Demut einstecken.