Die Kansas City Chiefs setzten sich in einem zumeist einseitig geführten Spiel gegen die Cleveland Browns mit 22:17 durch. Erst nach dem Ausfall von  Superstar Patrick Mahomes im dritten Viertel drohte die Partie für die Chiefs zu kippen. Ein mutiges Play-Calling von Head Coach Andy Reid verhinderte den Super-GAU.


Der amtierende Super Bowl Champion, die Kansas City Chiefs, stiegen erstmals ins Playoff-Geschehen ein. Nach dem Freilos in Runde eins warteten in der Divisional Round die Cleveland Browns. Ein unangenehmer Gegner, der sich in der Außenseiterrolle rundum wohlfühlt. Die Chiefs zu Hause im Arrowhead Stadium sind aktuell gegen jedes Team in der NFL Favorit. Wenn die Offense von Head Coach Andy Reid erst in Bewegung kommt, ist Schadensbegrenzung angesagt. Das weiß auch Kevin Stefanski, Head Coach der Browns. Was Hoffnung gibt? Die Underdog-Mentalität ist bei den Browns stark ausgeprägt. Die O-Line rangierte in der Pass- und Run-Protection auf Platz 1 in der NFL. Davon profitiert auch das explosive Running Back-Duo, Nick Chubb und Kareem Hunt. Und: Die Chiefs, so qualitativ hochwertig die Offense auch besetzt ist, konnte der Regular Season des Öfteren „den Sack” nicht zu machen.

Chiefs haben Zügel fest in der Hand
Im ersten Drive des Spiels bewegten sich die Chiefs zügig voran in Richtung Endzone. QB Patrick Mahomes wusste die Passivität der Browns nach einer Run-Option zu nutzen und sorgte mit einem Rushing Touchdown für die Führung. Die Defense der Browns bekam keinen Zugriff. Ein Bild, das sich auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nicht änderte. Tight End und Leading Receiver der Chiefs, Travis Kelce, erzielte seinen insgesamt siebenten Karriere-Touchdown im Playoff. Eine kurze Körpertäuschung reichte aus, um Browns-CB Denzel Ward auf die falsche Fährte zu locken.

Von dem gefürchteten Run-Game der Browns war weiterhin nichts zu sehen. Die Defense der Chiefs ließ gerade einmal 18 Rushing Yards in der ersten Halbzeit zu. Für die eine oder andere Sorgenfalte bei Andy Reid sorgte einzig allein eine Zehenverletzung von Patrick Mahomes, die den Quarterback sichtlich behinderte. Bei den Browns vermisste man die Unbeschwertheit, die das Team die letzten Wochen geprägt hat. Kurz vor Ende des zweiten Viertels traten QB Baker Mayfield & Co. beherzter auf, waren aber nicht vom Glück verfolgt. Statt einem Touchdown für die Browns gab einen Touchback. Ballbesitz Chiefs, die nach einem weiteren Field Goal mit einem komfortablen 19:3 Zwischenstand in die Pause gingen.

Mahomes nach Concussion Protokoll out
Um den Turnaround zu schaffen, benötigten die Cleveland Browns zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Statement. Dieses kam für die Browns anders als erwartet. Chiefs-Safety Tyrann Mathieu sorgte nach einer schlechten Entscheidung von Baker Mayfield für eine Interception. Die endgültige Entscheidung? Mitnichten. Kicker Harrison Butker setzte seinen Field Goal Versuch an die Stange. Im Gegenzug beendeten die Browns ihren Drive mit dem ersten Touchdown im Spiel durch WR Jarvis Landry. Zwischenstand 19:10. Die Chiefs mussten kurz danach einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Für QB Patrick Mahomes ging es nach einem Hit in den Lockerroom. Der 25-jährige Superstar durchlief das Concussion Protocol der NFL und konnte die Begegnung nicht mehr fortsetzen.

Ersatz Chad Henne war gefordert und musste den Vorsprung über die Zeit bringen. Dieser schmolz gewaltig, ein Touchdown für die Browns durch Kareem Hunt, ehemaliger Running Back der Chiefs, macht die Begegnung zu einem One-Score-Game. Nach einer Interception von Henne schien das Spiel vollkommen zu kippen. Ein mutiges Play-Calling von Head Coach Andy Reid verhinderte den Super-GAU.

Für die Cleveland Browns ist die Saison damit erledigt. Der Einzug ins Divisional Playoff wird bei der über Jahre hinweg stark gebeutelten Franchise als großer Erfolg gewertet. Die Kansas City Chiefs treffen nach dem 22:17 Triumph im Championship Game auf die Buffalo Bills. Ob Patrick Mahomes dann wieder in der Pocket steht, ist derzeit noch fraglich.