Der Kampf um den Titel in der AFC South spitzt sich weiter zu: Die Indianapolis Colts (8-4) setzen sich gegen die Houston Texans (4-8) mit 26-20 durch. Die Division führen weiterhin die Tennessee Titans (8-4) an, die gegen die Cleveland Browns (9-3) und einen fulminant aufspielenden Baker Mayfield mit 41-35 unter die Räder kamen.


Browns mit großem Schritt Richtung Playoff
Das von CBS als „Spiel der Woche” deklarierte Duell wurde von den Browns in allen Belangen dominiert. Die Titans sowie die Browns zählen zu den besten Rushing-Teams der Liga. Umso erstaunlicher war die vertikal angelte Spielweise beider Quarterbacks. Nach einer raschen 17-0 Führung keimte durch einen Touchdown von Titans-WR Corey Davis (182 Receiving Yards) kurz Hoffnung auf, die nicht lange anhielt. Der oft kritisierte Browns-QB Baker Mayfield sorgte allein in der ersten Hälfte für 4 Touchdown Pässe. 20 seiner 24 Würfe trafen ins Ziel – und das für 290 Yards.

Lohnend ist zu diesem Zeitpunkt auch ein Blick auf die Rushing-Yard-Liste. Die D-Line der Browns hielt RB Derrick Henry zur Halbzeit bei lediglich 15 Yards. DE Myles Garrett verbuchte seinen zehnten Quarterback-Sack. Halbzeitstand 38-7.

Die Titans gingen mit dem Mut der Verzweiflung in die zweite Halbzeit. Das Ziel: Ein schneller Touchdown. Der folgte durch TE MyCole Pruitt. Trotzdem schaute es lange nicht nach einem möglichen Comeback der Titans aus. Der Touchdown diente lediglich mehr der Ergebniskorrektur. Unnötig Spannung ins Spiel brachte Mayfield, der nach einem QB-Sneak einen Fumble verschuldete. Es bewahrheitete sich einmal mehr: Wird Derrick Henry, der bislang 1.257 Rushing Yards erzielen konnte, aus dem Spiel genommen, fehlt den Titans der Plan B. Endstand: 41-35.

Colts zurück im AFC South Rennen
Die Rückkehr von DT DeForest Buckner ins Line-Up machte sich bei den Indianapolis Colts positiv bemerkbar. Der Quarterback der Houston Texans, Deshaun Watson, entging nur mit letzter Kraft einem Sack. Ein three-and-out im ersten Drive konnte er nicht verhindern. Die Colts Offense startete dominant – trotz Ausfall von LT Anthony Costanzo. Sein Ersatzmann, Le’Raven Clark, verletzte sich zudem nach ein paar Plays. Verunsichern ließen sich die Colts davon nicht. Bench Formation auf der linken Seite. Snap. Perfektes Zuspiel von QB Philip Rivers auf TY Hilton, der nach einer Crossing-Route für die Führung der Colts sorgte. Hilton zeigte sich generell stark verbessert und beendete das Spiel mit 8 Receptions für 110 Yards.

Auf der anderen Seite richtete es Deshaun Watson selbst. Zuerst brachte ein 64 Yard Pass auf Keke Coutee die Texans in die Red Zone. Danach folgte ein Rushing Touchdown des 25-jährigen Quarterbacks aus einer Shotgun Formation. Das erste Viertel endete mit einem Field Goal der Texans sowie einem Touchdown der Colts durch RB Nyheim Hines. Zwischenstand. 14-10

Rivers knackt 8.000 Passing Yards Marke
Auch im zweiten Viertel gelang es keinem Team, sich abzusetzen. Colts Rookie-RB Jonathan Taylor trug sich nach seiner Rückkehr in die Scoringliste ein. Bei den Texans war es RB Duke Johnson, der wieder für den alten Abstand sorgte. Kicker Rodrigo Blankenship erhöhte zwischenzeitlich auf 24-17. Zu den auffälligsten Akteuren im NRG Stadium zählte WR Chad Hansen (5 Receptions für 101 Yards), der erst kürzlich vom Practice Squad der Texans in den Kader befördert wurde. Der Ausfall von WR Will Fuller (Daily Huddle berichte) machte sich weniger bemerkbar als befürchtet. Die Halbzeit ging mit einem Field Goal durch Ka’imi Fairbairn zu Ende.

Im zweiten Durchgang knackte Philip Rivers, der sich nach der Saison einer Zehen-OP unterziehen muss, die Marke der 8.000 Passing Yards. Als insgesamt siebenter Spieler der NFL Geschichte. Weniger erfreulich für den Quarterback der Colts waren die zwei zugelassenen Sacks, bei denen sich J.J. Watt und A.J. Moore zu Recht feiern ließen. Am Spielstand von 24-20 änderte sich nichts. Ebenso die Interception von Watson, für die er zugegeben nicht viel konnte. In der Zwischenzeit hat sich bei den Texans auch Brandon Cooks verabschiedet (Concussion), der letzte Starting-WR von Interimscoach Romeo Crennel.

Erstmals in die Nähe der Endzone kamen die Colts rund acht Minuten vor Schluss. Der vierte Versuch für ein Yard wurde ausgespielt. Ohne Erfolg. Die D-Line der Texans hielt dem Rushing-Versuch stand. Für die ersten Punkte in Halbzeit zwei sorgte DE Justin Houston in Form eines Safetys. 26-20.

Danach wollten die Colts den Vorsprung verwalten. Mit gezielten Runs durch RB Taylor, der passable 91 Rushing Yards abspulte. Für einen finalen Knockout sorgten fasst noch die Houston Texans, die es mit Watson (341 Passing Yards, 0 TD, 1 INT) kurz vor Schluss knapp an die Endzone schafften. Ein schlechter Snap des Centers machte jede Hoffnung zunichte. Die Colts melden sich damit zurück im Playoff-Rennen. Für eine Teilnahme an der Post-Season zählt jeder Sieg.