Preview AFC West / LA Chargers:

Philip Rivers ist Geschichte – zumindest bei den LA Chargers. Der 38-jährige Quarterback hat nach 16 Saisonen seine Zelte an der Westküste abgebrochen und übersiedelte nach Indianapolis, um bei den Colts anzuheuern. Mit im Gepäck: 59.271 Passing Yards, 397 TDs, seine Frau und neun Kinder. Sein Nachfolger in Los Angeles? Der 30-jährige Tyrod Taylor, keine dauerhafte Lösung. Hinter ihm wird Rookie Justin Herbert behutsam aufgebaut. Ein Projekt, das vielen Fans der Chargers (obwohl “vielen” ist laut QB-Legende Payton Manning wohl übertrieben) gar nicht gefällt. Herbert wurde im heurigen Draft an Position 6 auserkoren. Der ehemalige Oregon-QB ist ein Riesenathlet mit einem richtig starken Wurfarm. Andererseits gelten die Genauigkeit seiner Würfe und seine Reads unter Druck als große Schwächen. Dazu kommen 26 Fumbles in 43 Spielen im College. Auch sein ruhiger Führungsstil und Killerinstinkt wurden immer wieder in Frage gestellt. Herbert hat bei richtigem Coaching großes Potential, ist vorerst aber alles andere als ‚pro-ready‘.

Quo Vadis – LA Chargers?
Vorerst muss es  Tyrod Taylor für die Chargers richten. An hochkarätigen Anspielstationen in der Offense scheitert es nicht. RB Austin Ekeler soll den Abgang von Star-RB Melvin Gordon kompensieren, der zu den Denver Broncos wechselte. 1.550 Total Yards und 11 TDs aus der Vorsaison machen Lust auf mehr. Mit Keenan Allen und Mike Williams (aktuell an der Schulter verletzt) stehen zwei WR zur Verfügung, die beide locker für 1.000 Yards und mehr gut sind.

Und da wäre noch Hunter Henry – wenn fit – einer der besten TE der gesamten NFL. Zudem wurde die O-Line mit dem 5-fachen Pro Bowler Trai Turner (Guard) und Tackle Bryan Bulaga verstärkt.

In der Defense sind die Chargers gut aufgestellt. Die DE Joey Bosa und Melvin Ingram sowie Safety Derwin James (Update 31.08.: Fällt mit einer Meniskusverletzung aus) zählen auf ihren Positionen zur Elite. Neu verpflichtet wurden CB Chris Harris Jr., DT Linval Joseph und LB Nick Vigil. Hinzu kommt Rookie-LB Kenneth Murray, für den die Chargers im 2020 Draft nochmals in Runde 1 hochtradeten. Ein hervorragender Tackler – dank seiner Schnelligkeit überzeugt er auch in der Coverage. Zudem gilt Murray als High-Character-Guy und echter Führungsspieler, der seit seinem ersten College-Spiel als Freshman in Oklahoma die Defensive Plays angesagt hat.

Qualität ist bei den Chargers vorhanden, wie schon in den vergangenen Jahren. Trotzdem schaffte es das Team in den letzten 6 Jahren nur einmal in die Playoffs. Davon sind sie wohl auch heuer weit entfernt.

Tipp der Redaktion: Platz 4 in der AFC West