Trainersuche beendet! Mit den New Orleans Saints hat nun auch die letzte Franchise ihren Head Coach für die kommende Saison verpflichtet. Die Saints besetzen intern nach. Defensive Coordinator Dennis Allen übernimmt für den überraschend zurückgetretenen Sean Payton (Daily Huddle berichtete). Damit sind die neun vakanten Cheftrainer-Posten in der NFL besetzt.


Nach Ablauf der vergangenen Saison war fast ein Drittel aller NFL-Teams auf der Suche nach einem neuen Head Coach für 2022. Ende Jänner meldeten die Denver Broncos als erste Vollzug. Nathaniel Hackett übernimmt die Franchise in Colorado. Noch am gleichen Tag gaben die Chicago Bears die Verpflichtung von Matt Eberflus bekannt. Keine 24 Stunden später präsentierten die New York Giants Wunschkandidat Brian Daboll als neuen Cheftrainer.

In Las Vegas hat man sich für den “Patriots Way” entschieden. Die Raiders konnten Josh McDaniels aus New England loseisen. Für den 45-Jährigen ist es die zweite Station als Head Coach. Von 2009-2010 betreute McDaniels die Denver Broncos, ehe er als Offensive Coordinator über die (damals St. Louis) Rams zu den Patriots zurückkehrte. 2018 sollte der langjährige Vertraute von Bill Belichick die Indianapolis Colts übernehmen. McDaniels entschied sich jedoch trotz Einigung auf einen Verbleib in New England. Bei den Raiders trifft er nun auf einen langjährigen Weggefährten. David Ziegler, zuletzt Director of Player Personnel bei den Patriots, wird neuer General Manager in Las Vegas.

Bekannte Gesichter bei den Jaguars und Texans
Anfang Februar fand die lange Suche der Jacksonville Jaguars ein Ende. Doug Pederson folgt auf Urban Meyer, der am 13. Spieltag entlassen wurde. Die Jaguars beendeten die vergangene Spielzeit zum zweiten Mal in Folge als schlechtestes Team der NFL. Pederson, vor vier Jahren Super Bowl Champion mit den Philadelphia Eagles, soll der notorisch erfolgslosen Franchise in Florida neues Leben einhauchen.

Auf reichlich Erfahrung setzen die Houston TexansLovie Smith steigt vom Associate Head Coach und Defensive Coordinator zum Cheftrainer auf. Smith beginnt damit seine dritte Amtszeit als Head Coach in der NFL. Der 63-Jährige war neun Saisonen für die Chicago Bears und zwei weitere für die Tampa Bay Buccaneers hauptverantwortlich, ehe er von 2016-2020 die University of Illinois coachte. Bei den Texans bekam der “NFL Coach of the Year” 2005 den Vorzug gegenüber Ex-QB Josh McCown und dem ehemaligen Dolphins-Coach Brian Flores.

Volle Offensive in Miami und Minnesota
Der wurde nach Saisonende bei den Miami Dolphins entlassen. Als Hauptgrund gilt ein verlorener interner Machtkampf mit General Manager Chris Grier. Seit Anfang Februar befindet sich Flores in einem Rechtsstreit mit der NFL, den Dolphins und zwei weiteren Franchises. Grund sind angebliche Diskriminierungen bei den aktuellen Trainerbestellungen. Sein Nachfolger bei den Dolphins ist Mike McDaniel, vergangene Saison Offensive Coordinator bei den San Francisco 49ers. McDaniel war davor seit 2005 in diversen Assistenzfunktionen in der NFL tätig. Allesamt in der Offense, der Großteil davon unter Mike Shanahan. Bei den Dolphins setzte sich der 38-Jährige im finalen Auswahlverfahren gegen Kellen Moore (Offensive Coordinator der Dallas Cowboys) durch.

Die Minnesota Vikings haben ebenfalls ihren Kandidaten gefunden. Kevin O’Connell soll den entlassenen Langzeit-Coach Mike Zimmer ersetzen. Für die Unterschrift müssen sich die Vikings allerdings noch ein paar Tage gedulden. O’Connell, 36, steht als Offensive Coordinator der L.A. Rams am kommenden Sonntag im Super Bowl. Endgültig finalisiert kann der Deal mit dem “Lehrling” von Sean McVay erst nach dem Finale werden.

Bieniemy, Harbaugh gehen leer aus
Die Saints haben gestern als letzte Franchise ihren neuen Head Coach bekannt gegeben. Dennis Allen ist neben Smith bei den Texans die einzige in-house Besetzung der ehemals neun offenen Stellen. Von 2012-2014 war Allen Head Coach der Oakland Raiders. Im Jahr darauf übernahm er als Defensive Coordinator in New Orleans unter Sean Payton, dem er nun nachfolgt.

Mit der internen Nachbesetzung haben sich die Saints unter anderem gegen Eric Bieniemy entschieden. Der Offensive Coordinator der Kansas City Chiefs geht damit in der zweiten Offseason in Folge leer aus. Bieniemy war bereits vor einem Jahr heißer Kandidat auf offene Head Coach Posten. Heuer blieben Interviews mit den Saints und Broncos ergebnislos. Nach dem Super Bowl läuft nach fünf Jahren Bieniemys Vertrag bei den Chiefs aus. Head Coach in der NFL wird der 52-Jährige aber wieder nicht werden.

Den Posten als Cheftrainer in der NFL hat laut Eigenaussage auch Jim Harbaugh ad acta gelegt. Der ehemalige Head Coach der 49ers hatte Interesse am Job bei den Raiders und Vikings bekundet. Letztere haben mit dem Bruder von Ravens-HC John Harbaugh Gespräche geführt. Ein Vertragsangebot gab es aber von beiden Franchises nicht. Harbaugh bleibt damit Head Coach der University of Michigan. Das Trainerkarussell in der NFL steht vorerst still.