Die Tennessee Titans (8-3) holen sich mit einem 45-26 Sieg über die Indianapolis Colts (7-4) Platz eins in der AFC South. Zum Mann des Spiels entwickelte sich Running Back Derrick Henry, der für das Team von Head Coach Mike Vrabel 178 Rushing Yards und 3 Touchdowns erzielte.


Die Colts mussten im Division-Duell gegen die Titans eine herbe Niederlage einstecken. Die Ausfälle von Star D-Liner DeForest Buckner sowie DT Denico Autry machten sich gleich zu Beginn merkbar. Ryan Tannehill, Quarterback der Tennessee Titans, setzte den ersten Drive im Lucas Oil Stadium zügig voran und spürte kaum Druck von der geschwächten Interior-Line. Nach einem Swing Pass auf RB Derrick Henry erreichte dieser nach sauberen Blocks seiner WR-Kollegen recht komfortabel den Weg in die Endzone. Die Antwort der Colts folgte umgehend. Tight End Trey Burton sorgte nach einem idealen Zuspiel von Philip Rivers für den Ausgleich. Kurz zuvor spielten die Colts einen vierten Versuch an der 50 Yard Line aus. Mit Ersatz-Quarterback Jacoby Brissett in der Pocket, der in solchen Situationen gerne von Head Coach Frank Reich in Szene gesetzt wird. Mut, der sich bezahlt gemacht hat.

Der Schlagabtausch ging munter weiter. A. J. Brown sorgte mit seinem zweiten Catch für einen 69 Yards Touchdown. Nach einer Cross-Route reichte ein kurzes Zuspiel von Tannehill in den Underneath-Bereich und der 23-jährige WR Nummer 1 der Titans war auf und davon.

Rushing Leader nicht zu stoppen
Die Colts waren wieder am Zug. Eine Pass Interference durch CB Kevin Byard an WR Veteran T. Y. Hilton brachte Indianapolis an die 1-Yard-Linie. RB Nyheim Hines agierte wie gewöhnlich im Hybrid-Modus. Den Ausfall von Rookie RB Jonathan Taylor (aktuell auf der COVID-Liste) konnte er dennoch nicht ganz kompensieren. Für den 14-14 Ausgleich sorgte Brissett, der seinen kurzen Moment am Feld optimal nutzte. Danach verlor die Begegnung an Fahrt. Bitter für die Colts: Left Tackle Anthony Constanzo fiel mit einer Knieverletzung aus. Nach Center Ryan Kelly, der mit Nackenproblemen passen musste, die nächste Hiobsbotschaft für die O-Line der Colts.

Für die Führung sorgte einmal mehr Derrick Henry, der zu diesem Zeitpunkt bei 12 Versuchen 81 Rushing Yards und zwei Touchdowns erzielte. 6 Minuten waren im zweiten Viertel noch zu spielen. Ein Shootout lag in der Luft. Doch dazu kam es nicht. Auf das Kurzpassspiel – speziell auf Hines – stellte sich die Defense der Titans immer besser ein. Weiterhin nicht unter Kontrolle brachten die Colts den Rushing Leader der NFL. Henry beendete die erste Halbzeit mit seinem dritten Touchdown.

Der 26-jährige ist damit erst der zweite Spieler in der Geschichte der NFL mit 3 Rushing-Touchdowns in einer Hälfte. Fast kam ein vierter hinzu. Den nächsten Rush in die Endzone übernahm QB Tannehill kurzerhand selbst. Halbzeitstand: 35-14

Für die Titans reichte Plan A völlig aus
Kommen die Colts wieder zurück ins Spiel? Auf ein großes Aufbäumen wartete man vergeblich. Unnötige Drops und ein nicht vorhandenes Laufspiel (insgesamt 56 Yards) machten nicht einmal kurzfristig Hoffnung. Es roch nach Schadensbegrenzung. Ein ereignisarmes drittes Viertel ging mit einem Field Goal durch Titans Kicker Stephen Gostkowski zu Ende. Kurz zuvor gab es ein Turnover. Die 8. Interception für Philip Rivers in der Saison. Ein easy Pick für CB Byard. Rivers, der den Abend mit soliden 295 Passing Yards (2 TD, 1 Interception) beendete, wirkte dennoch limitiert – wie die ganze Offense der Colts. Und die Titans? Die verwalteten die Begegnung. Primär mit ihrem Plan A: dem Laufspiel. Auf Seite der Colts war es wieder Brissett, der mit einem Quarterback Sneak seinen zweiten Touchdown verbuchte. T. Y. Hilton verkürzte danach auf 26-38, für „The Ghost” war es der erste Touchdown in der laufenden Saison. Den Schlusspunkt setzten die Titans (449 Total Yards), die einen Onside Kick durch WR A. J. Brown tief in die Endzone beförderten.

Auf die Colts (7-4) wartet am kommenden Spieltag das nächste Division-Duell gegen die Houston Texans. Die Titans (8-3) empfangen die Browns. Das Rennen um den Titel in der AFC South bleibt weiterhin spannend. Der Sieger der Division ist fix in der Post-Season vertreten.