Alfred Hitchcocks Genre war der Thriller, dessen Spannung er mit Humor verband. Eine vielversprechende Kombination, die auch auf den 7. Spieltag der NFL zutrifft.


An Dramaturgie kaum zu überbieten war die Begegnung der Seattle Seahawks gegen die Arizona Cardinals. Kyler Murray fügte Russell Wilson in der Overtime die erste Niederlage (37-34) in der laufenden Saison zu und unterstreicht mit 360 Passing und 67 Rushing Yards sowie 4 Touchdowns seine MVP Ambitionen (Daily Huddle berichtete). Zum Helden des Spiel entwickelte sich Kicker Zane Gonzales, der die Begegnung ins Trockene brachte. Bei den „Hawks” nutzte auch die Fabelleistung von WR Tyler Lockett mit 200 Receiving Yards und 3 Touchdowns wenig. Trotz zahlreicher Big-Plays war es sein Kollege DK Metcalf, der in ungewohnter Rolle ins mediale Rampenlicht trat:

Neben den Seahawks verloren auch die Tennessee Titans ihr weiße Weste. In einer zumeist einseitig geführten Partie gegen die Pittsburgh Stellers stand das Team von Head Coach Mike Vrabel lange auf verlorenem Posten. Der 27-7 Lead im dritten Viertel sollte für die Steelers reichen – auch wenn es zum Schluss hin knapp wurde. Titans Kicker Stephen Gostkowski hatte es am Fuß. Sein Fieldgoal-Versuch verpasst jedoch das Ziel. Endstand: 27-24! Damit sind Stellers das einzige Team in der NFL ohne Saisonniederlage.

National Tight End Day in Cleveland
Seit der letzten Saison gibt es in der NFL einen eigenen Feiertag. Der letzte Sonntag im Oktober wurde zum National Tight End Day auserkoren. Kommentar von Initiator George Kittle dazu: „I want to see tight ends scoring touchdowns!”. Die Cleveland Browns haben sich das zu Herzen genommen. Beim 37-34 gegen die Cincinnati Bengals haben die Browns drei von fünf Touchdowns durch Tight Ends erzielt. Obwohl Starting-TE Austin Hooper das Spiel nach einer Blinddarmoperation verpasst hat. Browns-QB Baker Mayfield fand Rookie Harrison Byrant zweimal in der Endzone, David Njoku einmal. Das Spiel selbst war äußerst unterhaltsam.

Joe Burrow und Baker Mayfield starteten ihre ersten Drives mit einer Interception. Zur Halbzeit hatten die Bengals mit 17-10 die Nase vorne. Bis zum Beginn des vierten Viertels konnten die Browns das Spiel jedoch drehen und auf 24-20 stellen. Danach wurde es mit vier Führungswechseln in den letzten neun Minuten wild. Hitchcock lässt grüßen. Joe Burrow brachte die Bengals mit einem Touchdown-Pass auf Rookie-WR Tee Higgins wieder in Führung. Baker Mayfields Antwort war ein Pass für 8 Yards zum Touchdown von RB Kareem Hunt. Der folgende Drive der Bengals endete 1:09 Minuten vor dem Ende mit einem Pass von Burrow auf RB Giovani Bernard, der aus kurzer Distanz zum Score lief. Nur wenige Sekunden vor Schluss fand Mayfield seinen Rookie-WR Donovan Peoples-Jones in der Bengals-Endzone zum finalen 37-34.

Das Falcons Drama geht weiter
Wenn jemand weiß, wie man sicher geglaubte Spiele verliert, dann sind es die Atlanta Falcons. Anscheinend hat man in Atlanta nicht genug herzzerreißende Niederlagen erlebt. Diesmal profitierten die Detroit Lions von dem Pech und Unvermögen der Falcons, die in der Offense wieder eine ansprechende Leistung zeigten. Ohne dem entlassenen Head Coach Dan Quinn und mit dem Sieg aus der Vorwoche, war sogar ein wenig Selbstvertrauen spürbar.

Die Führung der Lions durch Rookie-RB D’Andre Swift wurde schnell weggesteckt, das Spiel mit zwei Touchdowns durch Todd Gurley und Calvin Ridley gedreht. Drei Field Goals in Folge von Matt Prater brachten die Lions zwar im vierten Viertel mit 16-14 in Front. Falcons-QB Matt Ryan führte sein Team jedoch umgehend 76 Yards übers Feld. Todd Gurley schloss den Drive mit seinem zweiten Rushing Touchdown und anschließender Two Point Conversion durch Calvin Ridley ab. 22-16 Führung mit verbleibenden 1:06 Minuten. Genug für QB Matthew Stafford, um das Spiel trotz verbrauchter Time-Outs dennoch für die Lions zu entscheiden. Stafford genügten drei Pässe mit jeweils anschließenden Spikes, um danach TE T.J. Hockenson mit Ablauf der Uhr in der Endzone zu bedienen. Dazu hätte es nicht kommen müssen: Todd Gurley versuchte mit aller Kraft seinen zweiten Touchdown-Run vor der Endzone zu beenden, um die Uhr auslaufen zu lassen. Vergeblich. Ein Touchdown für die Falcons, der schlussendlich den Lions den Sieg brachte.

The Pack is back!
Die Green Bay Packers schlagen zurück. Nach der deutlichen Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers am vergangenen Wochenende präsentierte sich das Team um QB Aaron Rodgers gegen die Houston Texans wieder in Topform. Die Texans waren bei der 20-35 Niederlage chancenlos. Die Packers gingen mit einer 21-0 Führung in die Halbzeit, nachdem Texans-Kicker Ka’imi Fairbairn kurz vor der Pause einen Field Goal Versuch neben die Uprights setzte. Am Ende des dritten Viertel wurde es bei 28-7 nach drei 3-and-Out durch die Texans Defense und einem geblockten Punt kurz spannend. Die Offense konnte daraus kaum Kapital schlagen. Mit dem 5. Touchdown der Packers knapp 4 Minuten vor dem Ende war das Spiel entschieden. RB Jamaal Williams lief das Leder in die Endzone. Williams ersetzte den verletzten Starting RB der Packers, Aaron Jones, mit 114 Scrimmage Yards und einem Touchdown mehr als ordentlich. Jones hätte mit der schlechtesten Run Defense der Liga wohl seine Freude gehabt. War an diesem Nachmittag aber auch nicht notwendig. Weil Aaron Rodgers mit 4 Passing Touchdowns wieder zu alter Stärke fand. Und weil sein WR1 Davante Adams ‘Man of the Match’ war: 13 Receptions für 196 Yards (Carreer High) und 2 Touchdows.

In Dallas gehen die Lichter aus
Ganz ehrlich, uns fehlen die Worte, um zu beschreiben, was bei den Dallas Cowboys derzeit abgeht. Als Geheimtipp auf den Super Bowl in die Saison gestartet, zeigte das „Team America” in den ersten Wochen großartige Offensivleistungen. Zumindest bis zum 5. Spieltag, als sich der bis dahin überragende QB Dak Prescott schwer am Knöchel verletzt hatte. Dass dennoch kaum Spiele gewonnen wurden, lag an den unterirdischen Leistungen der Dallas-Defense. Zumindest konnte man nach dem Ausfall von Prescott das Spiel in Woche 5 gegen die Giants gewinnen.

In Woche 6 setzte es mit Backup-QB Andy Dalton eine saftige 10-38 Niederlage gegen die Arizona Cardinals. Im Anschluss folgten mehrere anonyme Beschwerden von Cowboys-Spielern über die mangelnde Spielvorbereitung und unzureichendes In-Game-Coaching durch das Trainerteam. Head Coach Mike McCarthy, im ersten Jahr bei den Cowboys, wollte die Diskussionen dazu nicht in der Öffentlichkeit austragen. Nach Woche 7 muss er das womöglich auch intern nicht mehr tun. Mit der niederschmetternden 3-25 Niederlage gegen das Washington Football Team dürfte McCarthy sein Team endgültig verloren haben. 13-63 lautet die ernüchternde Bilanz in den letzten zwei Spielen ohne Dak Prescott. Die Cowboys stehen nach sieben Runden bei 2-5. Die Chance aufs Playoff ist in der schwachen NFC East aber weiterhin in Takt. Gut möglich, dass für das kommende Spiel auch Andy Dalton ausfällt. Der Backup-QB musste gegen Washington einen heftigen Hit gegen den Kopf einstecken. Die Cowboys könnten in Woche 8 mit Rookie Ben DiNucci starten. Eine Besserung der Gesamtsituation ist weit und breit nicht zu erkennen.


Die weiteren Begegnungen:

Kansas City Chiefs vs. Denver Broncos (43-16)
New York Jets vs. Buffalo Bills (10-18)
New Orleans Saints vs. Carolina Panthers (27-24)
Jacksonville Jaguars vs. LA Chargers (29-39)
Tampa Bay Buccaneers vs. Las Vegas Raiders (45-20)
Carolina Panthers vs. New Orleans Saints (24-27)
New York Giants vs. Philadelphia Eagles (21-22) / Zum Spielbericht!
San Francisco 49ers vs. New England Patriots (33-6) / Zum Spielbericht!