Moment. Nicht so schnell. Wenn es um den MVP-Titel geht, liegt Russell Wilson derzeit unangefochten in Führung. Weshalb sich Kyler Murray mit einem starken Finish dennoch die Krone aufsetzen könnte, erfährt ihr hier.

Kyler Murray und das AT&T Stadium – klingt nach einer wunderbaren Liebesgeschichte. Nach dem Sieg über die Dallas Cowboys (38-10) besserte der Quarterback der Arizona Cardinals seine persönliche Statistik auf 7-0 aus. Alle seine Spiele in der Heimstätte der Cowboys konnte Murray bisher für sich entscheiden. Fünf auf High School Ebene, eines am College, wo der 23-jährige Oklahoma zur „Big 12 Championship” führte. Auf der großen NFL Bühne wurde die Erfolgsstory fortgesetzt. „Es ist ein spezielles Gefühl, wieder heimzukommen. Ich habe die ganze Woche versucht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es geht nicht um meine persönliche Bilanz, sondern um uns als Team. Gegen die Cowboys haben wir einen richtig guten Job gemacht“, sagte Murray direkt nach dem Spiel.

Mit horizontaler Spielweise zum Erfolg

Was auffiel: Der Nummer eins Pick der Cardinals aus dem Jahr 2019 fokussierte sich wahrlich auf das Wesentliche. Seine Stärken beim Deep Ball und seine Agilität in der Pocket (74 Rushing Yards, 1 TD) stellte die ersatzgeschwächte Defense der Cowboys vor große Herausforderungen. 9 von 24 Passversuchen sind für 188 Yards angekommen. Eine ausbaufähige Bilanz, sollte man meinen. Doch die horizontal angelegte Spielweise Murrays ermöglichte WR Christian Kirk u.a. einen 80-Yard Touchdown. Ein Weiterer gesellte sich im Laufe des Spiels hinzu.

Head Coach Kliff Kingsbury war mit der Performance seines Quarterbacks zufrieden: „Es war nicht einfach für ihn, immerhin wurde die ganze Woche über das Spiel gesprochen. Er wirkte zu Beginn ein wenig aufgedreht. Mit seinen Beinen hat er unsere Drives lange am Leben gehalten. Ich bin sehr stolz darauf, wie er sich gesteigert hat.”

Murray mit starkem Finish zum MVP?

Bisher steht der „Offensive Rookie of the Year” vom Vorjahr bei 1.487 Passing Yards, 14 Touchdowns, 6 Interceptions und einem Quarterback Rating von 75,8. Sehr passable Zahlen, für einen MVP allerdings zu wenig. Weshalb es trotzdem reichen könnte? Kurzer Blick in die Statistik:

  • Patrick Mahomes: 2017 in der 1. Runde gedraftet, wird 2018 MVP
  • Lamar Jackson: 2018 in der 1. Runde gedraftet, wird 2019 MVP
  • Kyler Murray: 2019 in der 1. Runde gedraftet, wird 2020 ???

Kingsbury baut auf seinen jungen Quarterback und die Offense um ihn herum. Im Laufspiel erhält Murray Unterstützung von Kenyan Drake (164 Yards und 2 Touchdowns gegen die Cowboys) und Chase Edmunds. Die WR-Group mit den Superstars DeAndre Hopkins, Larry Fitzgerald und Christian Kirk zählt zur NFL Elite. Die O-Line der Cardinals ist davon weit entfernt. Murray ist aber schnell und wendig genug, um aus improvisierten Spielzügen Kapital zu schlagen. Wohin die Reise geht, wird spätestens am nächsten Spieltag beantwortet. Da treffen die Arizona Cardinals auf die noch ungeschlagenen Seattle Seahawks mit Russell Wilson in der Pocket. Die ideale Möglichkeit für Murray, seine MVP-Ambitionen unter Beweis zu stellen.