Nach dreimaliger Verschiebung aufgrund von zahlreichen Corona-Fällen war es soweit: Das für Thanksgiving angesetzte Spiel zwischen den Pittsburgh Steelers (11-0) und den Baltimore Ravens (6-5) fand endlich statt. Die 12. Runde ist somit komplett. Die zwei erbitterten Rivalen standen sich zum 54. Mal in der Geschichte der NFL gegenüber. In einer von der Defense geprägten Begegnung setzten sich die Steelers mit 19-14 durch und bleiben somit das einzig ungeschlagene Team.


Robert Griffin III wirft in einem Regular Season Game einen Pass auf Veteran WR Dez Bryant. Für die Ravens. Eine Story, an die vor geraumer Zeit wohl nur die kühnsten Optimisten geglaubt haben. Dennoch kam RGIII zu seinem Comeback als Starting-QB in der NFL. Der Franchise-QB der Ravens, Lamar Jackson, war ebenso out wie die beiden Running Backs Mark Ingram und J.K. Dobbins, Tight End Mark Andrews sowie 13 weitere Spieler in Baltimore. Immerhin vermeldeten die Ravens am Mittwoch (2.12.) zum ersten Mal in elf aufeinanderfolgenden Tagen keinen neuen Corona-Fall.

Lamar Jacksons frühere Ausgabe
Die fehlende Spielpraxis von Robert Griffen III machte sich zu Beginn bemerkbar. Nach einem 3-and-out im ersten Drive, folgte ein Fumble im zweiten. Auch im nächsten Versuch ließ sich der hartnäckige Rost nicht abschütteln. Der Wurf des ehemaligen Heisman Trophy Gewinners von 2012 ging direkt in die Arme von CB Joe Haden, der mit einem Pick-6 für die Führung der Pittsburgh Steelers sorgte. Kicker Chris Boswell setzte den Extrapunkt daneben. Werfen war für die Ravens keine gute Idee, also legte man den Fokus auf das Laufspiel. Mit Erfolg! Ein Rushing Touchdown von Gus Edwards brachte die Ravens mit 7-6 in Führung. RG III erinnerte zwischendurch sogar an eine frühere und vom Spielstil ähnliche Ausgabe von Lamar Jackson.

Der Rest der ersten Hälfte verlief  unspektakulär. Die Steelers kamen zumindest zu weiteren Punkten durch zwei Field Goals von Chris Boswell. QB Ben Roethlisberger agierte ungewohnt verhalten und hatte zu diesem Zeitpunkt eine Interception und keinen Touchdown am Konto. Die Ravens wären kurz vor dem Pausentee beinahe noch zu Zählbarem gekommen. Ein miserables Clock Management von Head Coach John Harbaugh und TE Luke Wilson, der sich nach einem erfolgreichen Zuspiel von RG III den Ball aus den Händen schlagen ließ, verhinderten weitere Punkte. Halbzeitstand 12-7 für die Steelers.

RGIII mit mageren 33 Passing Yards
Unaufgeregt ging es im zweiten Abschnitt weiter. Nach einem punktelosen dritten Viertel standen beide Teams bei nur 21 First Downs. Die Ravens konnten nicht zulegen, die Steelers wollten es anscheinend nicht. Ganz nach dem Motto: Die Defense wird es schon richten. OLB T.J. Watt erzielte zwei Sacks und setzte damit eine beeindruckende Statistik fort: Die Steelers verbuchten in 68 Spielen in Folge zumindest einen QB-Sack.

Zu Beginn des letzten Abschnitts gab es dann endlich die ersten Punkte für die Offense der Steelers (Field Goals ausgenommen). Big Ben machte es einen Yard vor der Ravens-Endzone besser als im ersten Viertel. Seinen Pass fing WR Juju Smith-Schuster zum Touchdown. Juju blieb auch im Anschluss für Roethilsbergers eine der sichersten Anspielstationen. Für RGIII war der Abend kurz vor dem Ende gelaufen. Er wurde aufgrund einer Oberschenkelverletzung von Trace McSorley, dem 6th-Round Pick der Ravens 2019, ersetzt. McSorley sorgte mit einem 70-Yard Touchdown Pass auf Marquise Brown für das Play des Abends. Notiz am Rande: RGIII erzielte lediglich 33 Passing Yards und konnte sich für weitere Aufgaben nicht empfehlen.

Pittsburghs Running Backs ließen danach die Uhr staubig auslaufen. Die Steelers gewinnen das erst zweite Mittwoch-Spiel der NFL seit 1950 mit 19-14 und stellen in der ewigen Rivalität der beiden Teams auf 30-24. Die Ravens stehen nach der Niederlage bei 6-5 und müssen um die Playoffs zittern. Die Steelers wiederum behalten mit 11-0 ihre weiße Weste. Für die Spieler nach der ungewollten Verschiebung wohl mehr als nur Genugtuung.