Noch nie konnten die Baltimore Ravens auswärts gegen die Indianapolis Colts einen Sieg einfahren. Das 100. Heimspiel der Colts war die passende Gelegenheit, um im Lucas Oil Stadium erstmals anzuschreiben. Der 24-10 Sieg der Ravens (6-2) war aufgrund einer starken zweiten Halbzeit verdient.


Für die Indianapolis Colts gab es am 9. Spieltag eine Standortbestimmung. Die Niederlage gegen die Baltimore Ravens katapultierte das Team von Head Coach Frank Reich auf der Tier-List nach unten: Vom heißen Playoff-Kandidaten zum Mitläufer. Die Colts stehen bei 5-3 und müssen den Division-Rivalen, die Tennessee Titans, in der AFC South weiter ziehen lassen. Die Ravens (6-2) sind in der AFC North wieder auf die Erfolgsspur zurückgekehrt und konnten gegen die Colts den zehnten Auswärtserfolg in Folge einfahren.

Philip Rivers: die Tackle-Maschine 
Im 100. Heimspiel der Colts begann der Gastgeber verhalten. Mehr als ein erzieltes First-Down schaute im ersten Drive nicht heraus. Punt zu den Ravens, die vor dem Spiel auf All-Pro LT Ronnie Stanley (Saisonaus aufgrund einer Knöchelverletzung) verzichten mussten. Die Blinde Side von QB Lamar Jackson schützte Orlando Brown Jr., der vom RT auf die linke Seite wechselte. Auch der erste Drive der Ravens wurde nach kurzer Zeit ohne Punktegewinn beendet. Danach nahm die Begegnung Fahrt auf. Colts QB Philip Rivers führte sein Team mit kurzen Pässen und Jet Sweeps knapp vor die Endzone. Rookie RB Jonathan Taylor machte einen auf Air Jordan und sorgte für die Führung der Colts.

Danach untermauerten die Colts ihren Anspruch als Nummer 1 Defense der Liga. Es folgte ein three-and-out der Ravens, die das Laufspiel einfach nicht ins Rollen brachten. Colts Defensive Coordinator Matt Eberflus hielt die Ravens in der ersten Halbzeit bei 18 Rushing-Yards. Gesamt!

Auch die Defense der Ravens, bei der DT Calais Campbell gleich zu Beginn ausfiel, zeigte ihre Qualitäten. Ein Fumble von RB Taylor, der schon am College in Wisconsin mit der Ball Protection zu kämpfen hatte, nahm Safety Chuck Clark dankend an und machte sich auf den Weg in die Endzone. Gefragt waren nun die starken Tackle Qualitäten von QB Philip Rivers, die wie folgt aussahen:

Für die Ravens war es in der laufenden Saison der bereits 15. erzwungene Fumble. Das zweite Viertel blieb danach ereignislos, bis kurz vor der Halbzeit. Colts Kicker Rodrigo Blankenship erhöhte mit einem Fieldgoal auf 10-7.

Fragwürdige Interception als Turnaround 
In Hälfte zwei ging es Schlag auf Schlag. Schnell roch es nach einer Führung der Ravens, doch ein Run durch Lamar Jackson wurde an der 4-Yard-Line gestoppt. Nicht nur das. Die starke Colts D-Line sorgte dabei für einen Fumble. Ballbesitz Philip Rivers. Der wiederum wusste nicht viel damit anzufangen und fabrizierte eine Interception – eine mehr als fragwürdige Entscheidung der Referees. CB Marcus Peters war es egal, er sorgte für den spielentscheidend Moment. Den Turnover nutze RB Gus Edwards wenig später zur Führung (14-10). Danach lief für die Colts kaum etwas zusammen. Lamar Jackson (170 Passing-Yards, ein Rushing-TD) erhöhte zwischenzeitlich auf 21-10, Kicker Justin Tucker setzte mit einem Fieldgoal den Schlusspunkt der Begegnung (21-10).