Die Baltimore Ravens (11-5) haben ihr Titans-Trauma überwunden und stehen nach dem 20:13 Sieg über Tennessee (11-5) im Divisional Playoff. Die Revanche nach der erlittenen Niederlage im letztjährigen Playoff ist damit geglückt. QB Lamar Jackson erzielte 136 Rushing Yards und konnte das von den Medien aufgebauschte Duell gegen den Rushing-King, Derrick Henry, klar für sich entscheiden. Der RB der Titans blieb mit 40 Yards weit unter den Erwartungen. Lamar Jackson feiert den ersten Playoff-Sieg seiner Karriere.


Das Duell zwischen den Baltimore Ravens und den Tennessee Titans im Wild Card Game war ein Aufeinandertreffen von zwei Run-Fetischisten. Der Unterschied: Die Titans-Offense ist in der Regel auf einen Mann aufgebaut – Rushing King Derrick Henry, der 2.027 Yards in der Regular Season abspulte. Falls das nicht funktioniert, setzt QB Ryan Tannehill zumeist auf Play Action Elemente und begibt sich auf die Suche seinem WR-Duo A.J. Brown und Corey Davis. Bei den Ravens setzt man auf ein multiples Run-Game. QB Lamar Jackson hat seine Explosivität im Laufe der Saison wiedergefunden. Die Formkurve von Rookie RB J.K. Dobbins und Gus Edwards zeigt ebenfalls steil nach oben. Gekommen ist es zu Beginn anders als erwartet. Die Defense der Titans, eigentlich als klare Schwachstelle deklariert, wurde von Head Coach Mike Vrabel perfekt vorbereitet.

Lamar Jackson bleibt der X-Faktor
Auch das dritte Aufeinandertreffen beider Teams innerhalb eines Jahres war nicht von Freundlichkeit geprägt. Bereits beim Warm-Up gab es von D-Liner Calais Campbell Wortgefechte mit gleich mehreren Titans-Spielern. Der Stachel der letzten beiden Niederlagen sitzt bei den Ravens nach wie vor tief. Schneller auf Betriebstouren waren die Titans. WR A.J. Brown und sein Schatten, CB Marlon Humphrey, lieferten sich packende Duelle, die Brown mehrfach für sich entscheiden konnte. Ein Touchdown des physisch enorm starken Pro Bowlers brachte Tennessee in Front. Schnell hinzu kam ein weiteres Field Goal.

Die Ravens reagierten, bauten WR Marquise „Hollywood” Brown (109 Receiving Yards) verstärkt ins Gameplay ein und konnten zumindest durch Kicker Justin Tacker drei Punkte ans Board bringen. Das gefürchtete Run-Game beider Teams wurde den Erwartungen zu diesem Zeitpunkt nicht gerecht. Wie schnell sich das Blatt wenden kann, zeigte der amtierende MVP. Jackson in der Shot Gun. Empty Set. Der 24-jährige findet keine Anspielstation und macht sich daher selbst am Weg in die Endzone. Rushing Touchdown über 48 Yards. Halbzeitstand: 10:10.

No Henry, no Party!
Bei den Titans war zu Beginn der zweiten Halbzeit eines klar. Es mussten Wege gefunden werden, um Derrick Henry auf Touren zu bringen. Der Leading Rusher der Liga verbuchte in den ersten beiden Vierteln unterirdische 18 Yards Raumgewinn. Doch vorerst waren die Ravens am Drücker. Das Laufspiel florierte gleich im ersten Drive prächtig. Der 141 Kilogramm schwere Full Back Patrick Ricard war dabei mehrmals kräftig involviert. Die Lücke in der Endzone fand RB J.K. Dobbins, der Baltimore erstmals in Führung brachte. Es war sein siebenter Touchdown in Folge. Und die Titans? Die bissen sich nach wie vor die Zähne an der Ravens-Defense aus.

Alles wartete auf Plan B. Der kam nicht. Trotz eines verpassten Field Goal Versuchs von Justin Tucker, das für eine exzellente Feldposition sorgte. Den vierten Versuch an der 40 Yard Linie ließ Mike Vrabel punten. Und das bei fehlenden zwei Yards fürs nächste First Down. Das konservative Play-Calling bestrafte Justin Tucker umgehend, der sein Field Goal dieses Mal sicher verwertete und auf 20:13 stellte. Eine Führung, die Sicherheit gab, aber keinen Platz für Fehler gestattete. Diese machten ohnehin die Titans, in Form von Ryan Tannehill (165 Passing Yards, 1 TD, 1 INT), der eine Interception verursachte. Ravens CB Marcus Peters mutierte kurz nach der Two-Minute-Warnung zum „Man of the Match”. Wieder bestätigte sich eindrucksvoll: No Henry. No Party! Die Baltimore Ravens haben ihre Revanche bekommen.