Russell Wilson, Quarterback der Seattle Seahawks, hat es sich nicht nehmen lassen, den Super Bowl live im Raymond Stadium in Florida zu verfolgen. Die starke Performance der Bucs O-Line dürfte dem 32-jährigen übel aufgestoßen haben. Gegenüber Gregg Bell von der News Tribune äußerte er Kritik an seinen Frontmännern bei den Seahawks: „Ich bin frustriert, weil ich viel zu viel Hits einstecken muss.”


Der Frust sitzt tief bei Russell Wilson. Mit seinen Seattle Seahawks scheiterte er zum dritten Mal in Folge in der ersten Playoff-Runde. Trotz des Division-Titels in der NFC West zeigt die Entwicklungskurve der Seahawks nach unten. Ein Mitgrund ist die O-Line, die laut Wilson für zu wenig Schutz sorgt. Jason La Canfora von CBS Sports berichtete kürzlich, dass der Quarterback „zunehmend frustriert” sei, nachdem er in neun NFL-Saisons insgesamt 394 Mal gesackt wurde. NFL Insider Ian Rapoport vom NFL Network merkte zudem an, dass die Seahawks bereits Anrufe wegen eines möglichen Trades erhalten haben. „Ich muss definitiv zu viele Hits einstecken. Wir müssen uns hier deutlich verbessern”, sagte Wilson, der gerne mehr Einfluss auf die Personalentscheidungen seines Teams nehmen würde.

Russell Wilson das Stehaufmännchen
Wilson, der heuer mit 40 Touchdown-Pässen einen Karrierehöchstwert aufstellte, wurde in der letzten Saison gleich 47 Mal gesackt. Damit rangiert er nur hinter Carson Wentz (Philadelphia Eagles) und Deshaun Watson (Houston Texans), die noch öfters zu Boden gingen. Der siebenfache Pro Bowler ist allerdings nicht ganz unschuldig. Mit seinen 89,2 Rushing-Versuchen pro Saison nimmt der Star-Quarterback eine Menge Treffer in Kauf. In die O-Line wird laut Wilson zu selten investiert. Seit der Verpflichtung des Quarterbacks im Jahr 2012 haben die Seahawks mit Germain Ifedi nur einen Erstrundenpick für die Offensive Line ausgegeben.

Das Team hat die Line im letzten Jahr stark erneuert, verließ sich größtenteils auf Rookie-Drittrunden-Pick Damien Lewis, Free-Agent Brandon Shell und C Ethan Pocic. OT Duane Brown, eine stabile Säule im Team von Head Coach von Pete Carroll, hat noch ein Jahr Restvertrag und zählt mit 35 Lenzen nicht mehr zu den Jungspunden. Laut Pro Football Focus belegt die O-Line der Seahawks Platz 16 (Pass Blocking). Die angebrachte Kritik von Wilson ist daher nur bedingt berechtigt. Im Vergleich zur Bucs O-Line ist der emotionale Ausbruch zumindest nachvollziehbar.