9. Spieltag in der NFL: Die Steelers bleiben weiter ungeschlagen, J.J. Watt erzielte seinen 100. QB-Sack für die Houston Texans, Tom Brady (Bucs) musste eine historische Niederlage einstecken und die Kansas City Chiefs kommen gegen die Carolina Panthers mit einem blauen Auge davon.


Klatsche für Tom Brady gegen seinen Allzeit-Rivalen: Die Tampa Bay Buccaneers (6-3) gehen gegen Drew Brees und seine New Orleans Saints (6-2) sang und klanglos mit 38-3 unter. Es war nicht das erwartete „Game of the Week”, sondern ein klares Statement. Die Saints melden sich zurück und befinden sich im Kreis der Super Bowl-Favoriten. Der Leistungsabfall der Bucs hat sich bereits vergangenen Spieltag gegen die Giants angekündigt. Die Höhe des Sieges stellt Head Coach Bruce Arians vor ein Rätsel: „Sie haben uns gehörig den Arsch versohlt, in jeder Phase des Spiels.”

Für Tom Brady war es eine der schlimmsten Niederlagen in seiner Karriere. Erst drei Mal zuvor hat der 43-jährige ein Spiel mit 3 Interceptions und 0 Touchdowns absolviert. Noch nie zuvor hat er gegen einen Division-Rivalen zwei Mal in Folge verloren. Das einzig Positive: Die Bucs müssen heuer nicht mehr gegen die Saints antreten – außer eventuell im Playoff. Die richtige Zeit, um Revanche zu nehmen.

Steelers bleiben weiterhin ungeschlagen
Der restliche Spieltag war geprägt von einigen Kuriositäten und engen Spielverläufen. Die Kansas City Chiefs (8-1) konnten gegen die Carolina Panthers (3-6) beim 33-31 Sieg gerade noch den Kopf aus der Schlinge ziehen. Panthers RB-Superstar Christian McCaffrey benötigte nach seiner überstandenen Verletzung (Daily Huddle berichtete) nicht lange, um wieder in die Spur zu kommen (ein Rushing- und ein Receiving-TD). Sein Kicker hatte sogar den Sieg am Fuß. Joey Slye legte bei wenigen Sekunden auf der Uhr sein ganzes Gewicht in den 67-Yard-Versuch, verzog allerdings deutlich. Seinen 100. Karriere Touchdown im 40. Spiel erzielte QB Patrick Mahomes. Ein weiterer Rekord für den MVP-Kandidaten und amtierenden Super Bowl Champion.

Für die Pittsburgh Steelers ist dieser Titel das erklärte Ziel. Alles wird dem Sieg untergeordnet. Selbst eine Knieverletzung von Ben Roethlisberger lässt die Steelers davon nicht abbringen. Kurzzeitig musste der Veteran-QB das Spiel gegen die Dallas Cowboys verlassen, die rasch eine 13-0 Führung herausspielten.

Big-Ben biss danach die Zähne zusammen und führte die Steelers zum 24-19 Sieg – dem achten in Folge. Damit bleiben die Steelers das einzig ungeschlagene Team in der NFL. Am 10. Spieltag kommt es zum Division-Duell gegen die Cincinnati Bengals.

Buffalo Bills vs. Seattle Seahawks (34-44)
Das waren noch Zeiten, als die Seahawks eine Defense hatten. Die beste der Liga. Die „Legion of Boom”, eine Secondary, die bei gegnerischen Offenses Angst und Schrecken verbreitete. Davon sind die Seahawks (6-2) momentan meilenweit entfernt. Aktuell ist deren Passverteidigung mitunter die schlechteste der NFL. Zudem lässt die Defense die meisten Passing Touchdowns aller Teams zu. Dies wurde bei der 34-44 Niederlage gegen die Buffalo Bills erneut deutlich. Bills-QB Josh Allen konnte seinen kurzen Durchhänger der letzten Wochen überwinden. Mit 31 Pässen für 415 Yards und drei Touchdowns (plus einem Rushing-TD) nahm der 24-jährige die Seahawks-Defense regelrecht auseinander. Und weil die Bills-Defense das tat, was man von früher von Seattle gewohnt war – Bälle erobern – hatte das Team von Pete Carroll, der kürzlich seinen Vertrag verlängerte (Daily Huddle berichtete), keine Chance. Russell Wilsons Bemühungen ein Comeback zu erzwingen, waren vorhanden. Die 4 Turnover seiner Offense waren jedoch zu viel, um den Bills (7-2) gefährlich zu werden.

Jacksonville Jaguars vs. Houston Texans (25-27)
Die Partie der Texans (2-6) bei den Jaguars (1-7) war nicht nur das Duell der beiden abgeschlagenen Teams der AFC South. Es war auch eine Art Generationenduell. Während die Texans eines der älteren Teams der NFL stellen, haben die Jaguars in dieser Saison den jüngsten Kader. Deutlich wird dies auch bei den bisher gespielten Rookie Snaps. Bei den Texans standen in den ersten 8 Wochen kaum 1st Year Players am Feld. Die Jaguars wiederum können die meisten Snaps aller NFL-Teams durch Rookies aufweisen. Beim 25-27 gegen die Texans durfte sich ein weiterer Rookie versuchen. Der Schnauzer der Jaguars, Gardner Minshew, musste mit einem gebrochenen Daumen passen. Sein Ersatzmann Jake Luton machte seine Sache recht ordentlich. Der 6th Round Pick 2020 aus Oregon State warf gegen die Texans für 304 Yards und einen Touchdown (eine Interception). Dazu lief er für einen weiteren Score in die Endzone. Dennoch setzte sich am Ende die Erfahrung des Teams aus Houston durch, obwohl die Jaguars mehr Total Yards, Total Plays und First Downs hatten. Für einen Spieler der Texans gab es einen historischen Moment: DE J.J. Watt sorgte für den 100. Sack in seiner ruhmreichen Karriere:

Minnesota Vikings vs. Detroit Lions (34-20)
Adrian Peterson hätte sich seine Rückkehr nach Minneapolis wohl anders vorgestellt. Der All Time Rushing Leader der Vikings, heuer im ersten Jahr in Diensten der Detroit Lions, kam mit seinem neuen Team an alter Wirkungsstätte mit 20-34 ordentlich unter die Räder. Hauptgrund dafür war Petersons Nachfolger im Vikings-Backfield: Dalvin Cook. Dem fehlen zwar noch ordentlich Yards, um den zukünftigen HOF in den Geschichtsbüchern nahe zu kommen. Seine aktuellen Leistungen sind aber absolut rekordverdächtig. Nachdem Cook vergangene Woche den Green Bay Packers um die Ohren gelaufen ist, hielt er diesmal die Lions-Defense zum Narren. Der 25-Jährige lief für 206 Yards (unglaubliche 9,6 YPC!) und 2 Touchdowns und fing 2 Bälle für weitere 46 Yards. Cook steht damit bei den zweitmeisten Rushing Yards hinter Derrick Henry, hat jedoch die meisten Rushing und Total Touchdowns der NFL. Im Vergleich zur Vorwoche spielte diesmal auch Cooks QB Kirk Cousins ein wenig mit, warf zwei Touchdown-Pässe auf TE Irv Smith Jr. Die Vikings stehen nach dem Sieg, so wie die Detroit Lions, bei 3-5 und haben wohl kaum noch Chancen auf die Playoffs. Wobei, wenn Dalvin Cook so weitermacht…?

Atlanta Falcons vs. Denver Broncos (34-27)
Rise up, Falcons! Eigentlich war die Saison der Falcons nach dem 5. Spieltag gelaufen. Nach einer ernüchternden Niederlagen-Serie mussten General Manager und Head Coach entlassen werden (Daily Huddle berichtete). Eine anscheinend notwendige Initialzündung. Mit dem 34-27 Erfolg gegen die Denver Broncos (3-5) steht Interims-HC Raheem Morris bei einem durchaus beachtlichen 3-1 Rekord seit der Übernahme des Teams. Morris hat es geschafft, die desaströse Defense trotz zahlreicher Ausfälle in der Secondary zumindest konkurrenzfähig zu machen. Die an sich talentierte Offense rund um QB Matt Ryan liefert, auch wenn so wie gegen die Broncos Breakout-WR Calvin Ridley fehlte. Ryan hat bisher nur 12 Touchdowns geworfen, führt aktuell aber die Liga mit 2.462 Passing Yards an. Das Wichtigste jedoch: Die Falcons retten ihre Vorsprünge über die Zeit! Vorbei sind die Implosionen in den letzten Minuten vor Ende des Spiels. Auch wenn die Broncos in dieser Woche die Partie gegen Ende mit 3 Touchdowns im vierten Viertel nochmals spannend machten. Mittlerweile halten die Nerven der Falcons. Für die Post-Season wird es für die Falcons (3-6) vermutlich nicht mehr reichen. Aber das Team aus Atlanta beweist immerhin, dass sie deutlich besser sind, als ihr desaströser Saisonstart vermuten lässt. Allen voran Matt Ryan.

Die weiteren Begegnungen:

Washington Football Team vs. New York Gaints (20-23)
Tennessee Titans vs. Chicago Bears (24-17)
Indianapolis Colts vs. Baltimore Ravens (10–24)
Los Angeles Chargers vs. Las Vegas Raiders (26–31)
Arizona Cardinals vs. Miami Dolphins (31-34)