Der erste Gameday ist „in the books“ und wir durften einige hochklassige Matchups beobachten. Es bleibt allerdings nicht viel Zeit zum Durchatmen, denn der zweite Spieltag steht in den Startlöchern. Das sind unsere Top 5 individuellen Matchups:

1) Josh Jacobs, RB, Raiders vs. Demario Davis, LB, Saints

Notiz aus Woche 1: Josh Jacobs ist ein absolutes Beast. Der junge RB der Las Vegas Raiders hat am vergangenen Wochenende sein Team mit 29 Touches, 139 total Yards und 3 Touchdowns fast im Alleingang zum Sieg geführt. Die Raiders Offense unter HC Jon Gruden basiert auf einem aggressiven Power-Running Game mit gelegentlichen Play-Action und Bootleg Pässen. Die Rolle dieses Downhill Runners erfüllt Jacobs perfekt, der schon 2019 mit 1.300 Yards und 7 Touchdowns ein Kandidat für Offensive Rookie of the Year war. Im ersten Heimspiel in der Geschichte der Las Vegas Raiders trifft Jacobs auf LB Demario Davis und die New Orleans Saints. Davis ist der ultimative Leader der Saints-Defense und zählt in seiner mittlerweile neunten Saison zu den besten LBs der NFL. 6 Tackles, 1 Tackle for Loss und 1 Sack in Woche 1 sprechen für sich. Man darf gespannt sein, ob Davis mit Jacobs Kombination aus Speed und Power mithalten kann. Wenn nicht, dann könnten die Raiders in ihrem brandneuen Stadion einen Überraschungssieg einfahren.

 

2) Russell Wilson, QB, Seahawks vs. Stephon Gilmore, CB, Patriots

Duell der Giganten! Im Sunday Night Game kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem amtierenden Defensive Player of the Year Stephon Gilmore und 2019 MVP-Kandidat Russell Wilson. Beide Spieler sind erwartungsgemäß mit starken Leistungen in die neue Saison gestartet und konnten in Woche 1 ungefährdete Siege einfahren. Mit 1 Interception, 1 Pass Defensed und 5 Tackles hat Gilmore seine Präsenz gegen Miami spürbar gemacht. Er ist ein klassischer Lock-down Corner, der Woche für Woche den gefährlichsten Receiver des Gegners entschärfen kann. Bester Beweis dafür ist wohl folgende Statistik aus 2019:


Am Sonntag bekommt es Gilmore in Gestalt von Russell Wilson allerdings mit dem Albtraum eines jeden Defensive Backs zu tun. Wilsons Stärke: dem Pass Rush entkommen, den Spielzug verlängern und tiefe Pässe punktgenau an den Mann bringen. Den Gegenspieler für mehrere Sekunden quer über das Feld zu decken ist selbst für die besten CBs der Liga ein Ding der Unmöglichkeit. Die 31 Touchdowns und nur 5 Interceptions, die Wilson im Vorjahr verbuchte, unterstreichen die Gefährlichkeit von Seattles Star-QB. Falls die Patriots Front Seven Russell Wilson also regelmäßig aus der Pocket entwischen lässt, wird auch Gilmore seine Schwierigkeiten in der Coverage bekommen.

3) Tyreek Hill WR, Chiefs vs. Casey Hayward und Chris Harris, CB, Chargers

Wie gefährlich das Passing Game der Kansas City Chiefs sein kann, ist mittlerweile allseits bekannt. Patrick Mahomes & Co haben im Season Opener vergangene Woche weitergemacht, wo sie im Super Bowl LIV aufgehört hatten. Wer überraschend wenig zu dem Sieg gegen Houston beisteuerte, war Speedster Tyreek Hill. Gemessen an Hills hohen Standards waren die 46 Yards und 1 Touchdown in Woche 1 relativ unspektakulär. Das Aufeinandertreffen mit dem starken Defensive Backfield der Chargers kommt für Hill also ungelegen: In den letzten drei Spielen gegen LA konnte der WR im Schnitt nur 2.7 Catches für 36 Yards und 0 Touchdowns verbuchen. Die Chargers haben ihrerseits mit Casey Hayward (2x Pro Bowl) und Neuzugang Chris Harris Jr. (5x Pro Bowl) eines der besten CB-Duos der NFL. In Sachen Coverage werden es wohl beide mit Tyreek Hill zu tun bekommen. In Woche 1 blieb Hayward strikt auf der linken Seite des Feldes, Harris übernahm die Position des rechten CB. Falls einer der beiden also Schwierigkeiten mit Hills Speed haben sollte, ist davon auszugehen, dass die Chiefs diesen Vorteil konstant ausnützen werden. Man darf jedenfalls auf spektakuläre Plays dieser Protagonisten gespannt sein.

4) Mekhi Becton, OT, Jets vs. Nick Bosa, DE, 49ers

Battle in the Trenches! Im Spiel zwischen den 49ers und Jets kommt es zum Duell zwischen Rookie OT Mekhi Becton und dem amtierenden Defensive Rookie of the Year Nick Bosa. Becton hat sich in seinem Debüt vergangene Woche seinen Spitznamen „Big Ticket“ redlich verdient. Der zwei Meter große und 165 kg schwere Riese lässt andere „Big Boys“ teilweise wie Kinder aussehen und war im Spiel gegen Buffalo einer der wenigen Lichtblicke der NY Jets. Mit einigen mächtigen Blocks konnte Becton im Run-Game riesige Lücken aufreißen. Auch gegen Bosa (193 cm, 120 kg) hat Becton körperlich einen klaren Vorteil. Bosa ist allerdings einer der technisch versiertesten DEs der Liga und punktet mit Quickness und präzisen Pass Rush Moves. Mit 6 Tackles, 1 Quarterback Hit und einem Forced Fumble konnte Bosa in Woche 1 gut in die Saison starten. Das Duell zwischen den beiden Youngsters wird Becton vor allem in der Pass Protection vor eine schwierige Prüfung stellen und könnte schlussendlich den Ausgang des Spiels entscheiden.

 

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5) Corey Davis, WR, Titans vs. C.J. Henderson, CB, Jaguars

Am Sonntag wäre es im Spiel zwischen den Titans und Jaguars zum Aufeinandertreffen der „Next Generation“ gekommen: Sophomore-WR A.J. Brown (23 Jahre) vs. Rookie-CB C.J. Henderson (21 Jahre). Eine Knieverletzung Browns verhindert leider dieses mit Spannung erwartete Duell.  Brown hatte 2019 mit 1.111 total Yards und 9 Touchdowns eine hervorragende erste NFL-Saison – kein Rookie hatte mehr Receiving Yards oder TDs. Mit seinen stolzen 102 kg, seinem unglaublich physischen Spielstil und präzisen Route-Running war Brown bisher auch von den besten CBs der Liga schwer zu stoppen. 2020 hatte der WR jedoch einen ruhigen Start in die Saison: nur 39 Receiving Yards gegen Denver. Dafür sorgte WR-Kollege Corey Davis für Lichtblicke (7 Receptions für 101 Yards). Ein Duell mit einem Rookie CB kommt da genau richtig – könnte man meinen. Henderson, der First-Round-Pick der Jacksonville Jaguars, hätte nicht besser in seine NFL-Karriere starten können. Mit 1 Interception, 3 Passes Defensed und 5 Tackles zeigte Henderson eine sensationelle Leistung in Woche 1. Colts WR T.Y. Hilton, 4-facher Pro-Bowler seinerseits, biss sich über vier Viertel die Zähne an Henderson aus und war der Verzweiflung nahe. Henderson krönte seine Leistung schlussendlich mit einem spielentscheidenden Pass-Breakup im 4th Down, 49 Sekunden vor Spielschluss.