Ein 66 Punkte Spiel zum Thanksgiving Fest: Die Houston Texans (4-7) bezwingen die Detroit Lions (4-7) in einem unterhaltsamen, aber qualitativ mäßigen Spiel mit 41-25. Der Texans-QB Deshaun Watson steuerte 318 Passing Yards und 4 Touchdowns bei. Die Tage von Lions Head Coach Matt Patricia dürften dagegen gezählt sein.


Die Favoritenrolle war rasch geklärt: Nach dem Blowout in der Vorwoche (Anm. 0-20 gegen die Panthers) sowie den Ausfällen bei den Lions, allen voran RB D’Andre Swift, WR Kenny Golladay und CB Jeff Okudah, gingen die Houston Texans, die wieder auf LT Laremy Tunsil zurückgreifen konnten, als Favorit in die Begegnung. Das Eröffnungsspiel zu Thanksgiving startete gemächlich. Die Texans passten sich dem Takt von Musiker Caleb Carroll an, der die US Hymne unter Klavierbegleitung zum Besten gab.

Detroit setzt die erste Duftmarke
Die Lions legten ein anderes Tempo an den Tag. Nach einer Play Action fand QB Matthew Stafford seinen TE T. J. Hockenson nach einem 51 Yards Pass. Der First Rounder aus dem Draft von 2019 zählt in dieser Saison zu den Top-5 auf seiner Position. Den ersten Drive vollendete Veteran RB Adrian Peterson mit einem Rushing Touchdown. Auch der nächste Versuch von Texans-QB Deshaun Watson fand ein rasches Ende. Dafür richtete es die stark kritisierte Defense, die gegen den Run auf Platz 32 in der NFL rangiert. J.J. Watt gelang ein Pick-6. Das anschließende Field Goal ging daneben. Zwischenstand: 6-7 für die Lions.

Das nächste Turnover ließ in Form eines Fumbles nicht lange auf sich warten. Deshaun Watson, der aktuell bei 2.883 Passing Yards und 20 Touchdowns steht, durfte endlich seine Qualitäten unter Beweis stellen. Der Reihe nach: Eine Pass Interference brachte die Texans kurz vor die Endzone. Watson „Under-Center”, Roll-out nach rechts und ein kurzer Pass auf RB C. J. Prosise. Touchdown – der zweite innerhalb von 120 Sekunden. In der Zwischenzeit trat der ehemalige Texans WR DeAndre Hopkins abseits des Spiels in Form eines Tweets in Erscheinung:

Der Tweet wurde kurz danach wieder gelöscht. Der kleine Seitenhieb sei ihm dennoch gestattet, obwohl bei Houston weiterhin alles am Schnürchen lief. Es folgt das dritte Turnover. Der Ballverlust von RB Kerryon Johnson brachte die Offense von Texans Head Coach Romeo Crennel wieder nach kürzester Zeit aufs Feld. Statt die 13-7 Führung auszubauen, folgte das nächste Turnover. Um den Durchblick nicht zu verlieren: Die Detroit Lions nutzen ihre Chance für eine 14-13 Führung. Für Peterson war es der zweite Touchdown im Spiel. Die Truthahnkeule hat sich der 35-jährige mittlerweile redlich verdient.

Eine Führung, die nicht lange hielt. Die Secondary der Lions war angreifbar. Der RB der Houston Texans, Duke Johnson, trat als Receiver in Erscheinung. Die angetäuschte Slant Route wurde rasch zur GO Route umfunktioniert. Der Pass von Watson über 33 Yards traf perfekt ins Ziel.

Ein Field Goal durch Kicker Ka’imi Fairbairn sorgte für den 23-14 Halbzeitstand. Neben dem Rückstand mussten die Lions kurzzeitig auf DT Danny Shelton verzichten. CB Desmond Trufant fiel zudem während dem Spiel verletzungsbedingt aus. Eine weitere Sorgenfalte im Gesicht von Matt Patricia. Der Head Coach der Lions steht schwer in Kritik und wurde bereits im Vorfeld der Begegnung auf eine mögliche Entlassung angesprochen. „Wir haben eine kurze Woche, meine ganze Aufmerksamkeit gilt dem Spiel gegen Texans“, sagte Patricia gegenüber Medienvertretern.

Fütterungszeit für Texans WR Will Fuller
Fünf First Downs und ein recht agil wirkender Peterson erweckten zu Beginn der zweiten Halbzeit einen vielversprechenden Eindruck . Mehr als ein Field Goal durch Matt Prater sollte es nicht werden. Die Offense der Lions wirkte nach wie vor limitiert. Bei den Texans – speziell bei Watson – hatte man stets das Gefühl, dass das Team einen Gang höher schalten kann. Falls notwendig. TE Jordan Akins ließ jedoch einen perfekten Wurf des Star-Quarterbacks in der Endzone ungenutzt. Ein weiteres Field Goal durch Fairbairn sorgte wieder für den alten Abstand. 26-17!

Die Entscheidung folgte zu Beginn des 4. Viertels. Deep Ball von Watson auf Will Fuller V, der zu diesem Zeitpunkt seinen siebten Receiving Touchdown in der laufenden Saison erzielte. Der 26-jährige WR der Texans war hungrig. Hungrig nach Yards. 171 sollten es schlussendlich werden.

Patricia wirkt an der Seitenlinie weiter ratlos. Fast emotionslos. Seine Tage in Detroit dürften gezählt sein. Vor allem Will Fullers zweiter Touchdown im 4. Viertel fällt von seinem Team unter die Rubrik „Arbeitsverweigerung“.

Immerhin ging das Spiel unterhaltsam weiter. Veteran WR und Wandervogel Mohamed Sanu, erst kürzlich vom Practice Squad der Lions in den Kader befördert, erzielte seine ersten Punkte für sein neues Team und verkürzte auf 41-25. Auch diesen kurzen Hoffnungsschimmer nahm Patricia reglos zur Kenntnis. Entspannte Thanksgiving-Festtage sehen wohl anders aus.