Die Dallas Cowboy melden sich mit einem kräftigen Lebenszeichen zurück, die Pittsburgh Steelers bleiben weiterhin ungeschlagen und einige Backup Quarterbacks sind bereit für höhere Aufgaben. Überschattet wurde der 11. Spieltag der NFL jedoch von einer schweren Knieverletzung von QB Joe Burrow.


Die Kansas City Chiefs (9-1) und die Pittsburgh Steelers (10-0) liefern sich in der AFC weiter ein Kopf an Kopf Rennen. Der Titel in der Conference ist gleichbedeutend mit einem Freilos in der ersten Playoff-Runde. Dieses Ticket haben vorerst die Steelers in der Tasche, die mit 10 Siegen in Folge einen Franchise-Rekord aufstellten. Der amtierende Super Bowl Champion lässt sich jedoch nicht abschütteln. Gegen die Las Vegas Raiders (6-4) setzten sich die Chiefs mit 35-31 durch und revanchierten sich für die im Hinspiel erlittene Niederlage gegen den Division-Rivalen.

Kaum zu glauben aber wahr: Die Chance der Dallas Cowboys (3-6) aufs Playoff lebt weiter. Der 31-28 Triumph über die Minnesota Vikings (4-6) bescherte Head Coach Mike McCarthy den dritten Saisonsieg. Signal Caller bei den Cowboys: Dak Prescotts planmäßiger Ersatz Andy Dalton. Die NFC East wird weiterhin von den Philadelphia Eagles mit einer Bilanz von 3-6-1 angeführt. Trotz 17-22 Niederlage gegen die Cleveland Browns. Eine Begegnung auf mäßig geführtem Niveau. In der ersten Hälfte gab es von beiden Mannschaften keinen einzigen Touchdown der Offense. Die einzigen Punkte erzielte Browns Linebacker Sione Takitaki nach einer Pick-Six von Carson Wentz, der seine Ups and Downs in dieser Saison nahtlos fortsetzte.

Ebenfalls in Kritik steht Matt Patricia, der Head Coach der Detroit Lions. Nach dem 0-20 Blowout gegen die Carolina Panthers stehen die Zeichen auf Abschied. Seine persönliche Bilanz in Detroit: 13-28-1 (0,321). Sein Gegenüber, Matt Ruhles, konnte dagegen den Negativlauf von fünf Niederlagen stoppen. Der Head Coach der Panthers vertraute nach der Verletzung von QB Teddy Bridgewater auf die Dienste von Phillip Walker Jr., der in der Off-Season von der XFL zu den Panthers stieß.

Back-Up Quarterbacks in Action
Vom Back-Up Quarterback ins Rampenlicht: Gemeint ist nicht Ryan Finley, der nach einer schweren Knieverletzung von Bengals-QB Joe Burrow in Washington aufs Feld musste (Daily Huddle berichtete). In Woche 11 waren, abgesehen von Andy Dalton, gleich vier weitere Ersatz-Quarterbacks von Start weg im Einsatz. Die New Orleans Saints haben bereits unter der Woche Drew Brees auf die Injured Reserve List gesetzt. Der Grund dafür: 11 gebrochene Rippen und ein kollabierter Lungenflügel beim Spiel gegen die 49ers letzte Woche. Zur großen Überraschung wurde nicht Jameis Winston als Ersatzmann genannt, sondern Allzweckwaffe Taysom Hill. Das Spiel gegen die Atlanta Falcons artete vorerst zu einem Kicking-Contest aus. Vier Field Goals auf beiden Seiten, bis Saints-RB Alvin Kamara kurz vor der Halbzeit doch noch in die Endzone lief. Hill machte seine Sache nicht schlecht, lief selbst für zwei Touchdowns und brachte 18 von 23 Würfen für 233 Yards an den Mann. Bevorzugte Anspielstation war – wer sonst – WR Michael Thomas. Der ist seit gestern NFL-Rekordhalter für die meisten Receptions eines Spielers in den ersten fünf Saisonen. Bei den Falcons erzielte außer Kicker Younghoe Koo kein weiterer Spieler Punkte. Die Falcons schafften es sogar, die gesamte zweite Hälfte mit negativen Yards abzuschließen. Endstand 24-9 für die Saints. Jameis Winston wird wohl auch kommende Woche auf der Bank Platz nehmen müssen.

Den Quarterback-Wechsel bei den Carolina Panthers (4-7) gab es offiziell erst kurz vor dem Spiel gegen die Detroit Lions (4-6). Der Einsatz von Starter Teddy Bridgewater war die ganze Woche über fraglich. In seiner Abwesenheit kam PJ Walker zu seinem NFL-Debüt. Walker spielte im College unter dem aktuellen Panthers Head Coach Matt Rhule für die Temple University. In der NFL schaffte er es danach bis in den Practice Squad der Indianapolis Colts. Für Aufsehen sorgte Walker zu Beginn des Jahres als QB der Houston Roughnecks in der XFL, in der er es zum MVP schaffte. Walkers Leistung im Spiel gegen die Lions war akzeptabel, 24 von 34 Würfen für 258 Yards brachte er an den Mann. Hinzu gesellten sich ein Touchdown und zwei Interceptions. Mehr war auch nicht notwendig, um die Lions mit 20-0 vom Platz zu schießen. Bei denen lief in Abwesenheit von WR Kenny Golladay und Rookie-RB D’Andre Swift gar nichts zusammen.

Der dritte Ersatz-Quarterback im Bunde war Jake Luton in Jacksonville. Jaguars-QB Gardner Minshew fiel erneut mit einer Daumenverletzung aus. Rookie Luton durfte daher zum dritten Mal in Folge starten. Zu melden hatten er und die Jaguars bei der 3-27 Niederlage gegen die Pittsburgh Steelers nichts. Luton warf dabei ganze 4 Interceptions, die Steelers hatten leichtes Spiel. Vor allem WR Diontae Johnson und Rookie-Sensation Chase Claypool, der den Abend mit 59 Receiving Yards und einem Touchdowns beendete. Claypool ist damit der dritte Spieler in der NFL-Geschichte, der in seinen ersten 10 Spielen 10 Touchdowns erzielen konnte.

Bei den New York Jets kam Joe Flacco in Abwesenheit von Sam Darnold zu seinem vierten Saisoneinsatz. Die sieglosen Jets waren jedoch auch nach ihrer Bye Week in W0che 10 chancenlos. Diesmal gab es eine 34-28 Niederlage bei den Los Angeles Chargers. Die Jets sind damit offiziell als erstes Team der aktuellen Saison aus dem Playoff-Rennen. Wie lange Flacco, Super Bowl MVP von 2013, Darnold noch ersetzen muss, ist unklar. Sein Gegenüber, Rookie Justin Herbert, zeigte seine bisher beste Saisonleistung: 37 Completions für 366 Yards und 3 Touchdowns. Bei einer Bilanz von 3-7 werden jedoch auch die Chargers mit der Post-Season nichts zu tun haben.

Keine Revanche für die Ravens
Der Super Bowl Run 2019 für die Baltimore Ravens (6-4) war angerichtet. Die beste Offense der Liga, erster Platz in der AFC und mit Lamar Jackson den unumstrittenen MVP der Regular Season. Dann kamen die Tennessee Titans (7-3) in der Divisional Round der Playoffs und beendeten die Super Bowl Träume der Ravens. Vor dem Wiedersehen in Woche 11 ließen es sich die Titans nicht nehmen, nochmals freundlich darauf hinzuweisen:

Im Spiel selbst sah es lange nach einer geglückten Revanche für die Ravens aus. Das Team aus Baltimore lag lange Zeit in Front, hatte bis Ende des dritten Viertels eine recht komfortable 21-13 Führung herausgespielt. Lamar Jacksons Würfe waren jedoch erneut zu ungenau, einen davon fing Titans-CB Amani Hooker ab. Die Tennessee-Offense legte ein Field Goal und einen Touchdown durch A.J. Brown samt erfolgreicher Two-Point Conversion nach und ging mit 24-21 in Führung. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit glich Ravens-Kicker Justin Tucker aus. Den ersten Drive der Ravens in der Overtime konnten die Titans erfolgreich stoppen. Den anschließenden Ballbesitz schloss Derrick Henry mit einem Touchdown zum entscheidenden 30-24 ab. Ob die Titans beim Verlassen des Spielfeldes erneut nette Worte in Richtung der Ravens hatten, ist bisher nicht bekannt. Fakt ist: John Harbaugh verweigerte nach dem Spiel Mike Vrabel den Handschlag. Die beiden werden ziemlich sicher keine besten Freunde mehr.

Die weiteren Begegnungen:

Houston Texans vs. New England Patriots (27-20)
Washington Football Team vs. Cincinnati Bengals (20-9)
Denver Broncos vs. Miami Dolphins (20-13)
Seattle Seahawks vs. Arizona Cardinals (28-21 – Daily Huddle berichtete)