Das letzte Saisonviertel ist angebrochen. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Am 13. Spieltag der NFL fixierten die Kansas City Chiefs (11-1) beim 22-16 Sieg über die Denver Broncos (4-8) ihr Playoff-Ticket. In der NFC können die New Orleans Saints (10-2) bereits für die Playoffs planen.


Es besteht kein Zweifel mehr: Patrick Mahomes und seine Kansas City Chiefs sind in der Post-Season vertreten. Ein anderes Szenarium wäre für den amtierenden Super Bowl Champion undenkbar gewesen. Gegen eine kompakte Denver-Defense tat sich das Team von Head Coach Andy Reid lange schwer. Die individuelle Qualität setzte sich schlussendlich durch: Tight End Travis Kelce ist der erste TE der Super Bowl Ära, der nach 12 Spielen über 1.1oo Receiving Yards am Konto hat.

Weiterhin auf MVP-Kurs bewegt sich Aaron Rodgers. Der 37-jährige Quarterback der Green Bay Packers erzielte im Spiel gegen die Philadelphia Eagles seinen 400. Passing Touchdown. Der 30-16 Sieg gegen die Eagles war nahezu ungefährdet. Seinen Platz in der Pocket räumen musste vorerst Carson Wentz, der während der Begegnung durch Rookie QB Jalen Hurts ersetzt wurde. Ein Tausch, der auf Fan- und Expertenseite sehnsüchtig erwartet wurde.

Nicht abschütteln lassen sich die New England Patriots (6-6) in der AFC East, die für ein Blowout bei den L.A. Chargers (3-9) sorgten. Der 45-0 Auswärtserfolg gibt den Patriots Fans wieder einen Funken Hoffnung, der sich höchstwahrscheinlich nicht zum Flächenbrand entwickeln wird. Die AFC ist heuer härter umkämpft als in den Jahren zuvor und steht eine Stufe über der NFC. In der Division liegen die Pats zudem nach wie vor nur auf Platz 3. Das Playoff ist – noch – außer Reichweite.

Zwei außer Rand und Band
Bis Woche 13 waren die Miami Dolphins das einzige Team der NFL, dessen Defense in jedem Saisonspiel für mindestens ein Turnover gesorgt hat. Saisonübergreifend gelang dieses Kunststück sogar in 17 Spielen. Diese Serie hat sich beim 19-7 gegen die Cincinnati Bengals um ein weiteres Spiel verlängert. CB Xavien Howard, Interception-Leader der NFL, schlug wieder zu. Sein Kollege Nik Needham sorgte für das zweite Turnover der Dolphins. Ansonsten war das Spiel auf mäßigem Niveau. Der wieder ins Line-Up zurückgekehrte Rookie-QB Tua Tagovailoa konnte in der Offense wenig Akzente setzen. Der größte Aufreger der Partie erfolgte abseits des Spielgeschehens. Zuerst gab es ein Watschen-Duell zwischen Xavien Howard und Bengals-WR Tyler Boyd. Die Zärtlichkeiten hatten einen Ausschluss beider Protagonisten zur Folge. Nach einem Hit an Dolphins-Returner Jakeem Grant erhitzten sich die Gemüter vollständig. Nach einer Rudelbildung wurden 5 Spieler vorzeitig vom Spiel ausgeschlossen. Weitere Strafen sind nach einer Untersuchung der NFL nicht ausgeschlossen. Die Dolphins feiern den 7. Sieg aus den letzten 8 Spielen und sind mit 8-4 weiterhin voll auf Playoff-Kurs.

Fix in der Post-Season vertreten sind die New Orleans Saints, die im Division-Duell gegen die Atlanta Falcons mit 21-16 die Oberhand behielten. Taysom Hill bleibt damit als Starting-QB der Saints weiterhin ungeschlagen. Gegen die Falcons gab es sogar eine Premiere: Nach insgesamt mehr als 60 Passversuchen gelang Hill endlich sein erster Passing Touchdown in der NFL. Empfänger war WR Tre’Quan Smith. Wenig später legte er mit einem weiteren Touchdown-Pass auf TE Jared Cook nach. Auch im Laufspiel war Hill mit 83 Rushing Yards wie gewohnt gefährlich. Saisonbestleistung zeigte Saints-WR Michael Thomas mit 9 Receptions für 109 Yards. Thomas brach damit einen NFL-Rekord. Er ist nun der – mit Abstand – schnellste Spieler mit 500 Catches in der Karriere. Gratulationen gabs dafür von seinem ehemaligen College-Coach Urban Meyer.

Auch im grünen Teil von New York ging eine Serie weiter. Die Jets verloren das 12. Spiel der laufenden Saison. Die 31-28 Niederlage der „Gang Green” war  zu erwarten, doch der Auftritt gegen die Las Vegas Raiders war an Unvermögen kaum zu überbieten. Doch der Reihe nach: Die Raiders hatten das Spiel über weite Strecken im Griff. Überragender Mann war TE Darren Waller mit 13 Receptions für 200 Yards und 2 Touchdowns. QB Derek Carr zeigte sich gegenüber der Vorwoche stark verbessert, warf für 381 Yards und 3 Touchdowns (1 Interception) und lief einen weiteren selbst in die Endzone. Zur entscheidenden Figur des Spiels wurde Raiders-Rookie WR Henry Ruggs. Kurz vor Ende des dritten Viertels warf Jets-QB Sam Darnold einen Touchdown zum 21-24. Im folgenden Drive der Raiders fabrizierte Ruggs einen Fumble. Die Jets nutzten den Ballverlust mit einem Touchdown durch RB Ty Johnson zur 28-24 Führung. Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende brachte Carr die Raiders zurück in die Red Zone der Jets, begünstigt durch zwei katastrophale Holding Penalties der Jets-Secondary. Die Defense hielt dennoch stand, zwang die Raiders 1:42 Minuten vor dem Ende zu einem „Turnover on Downs”. Weil es die Jets jedoch nicht schafften, die Uhr auslaufen zu lassen, bekam der 29-jährige Carr den Ball kurz vor dem Ende ein weiteres Mal am Servierteller präsentiert. Zwei Pässe später machte er Henry Ruggs zum Matchwinner.

Um es mit den Worten von NFL RedZone Moderator Scott Hanson zu sagen: „And that, ladies and gentlemen, is how you stay winless in the NFL.”

Bears mit sechster Niederlage in Folge
Die Chicago Bears setzen ihren Negativlauf fort. Das 30-34 gegen die Detroit Lions war die sechste Niederlage in Folge. Für die Bears (5-7) hat sich die Post-Season damit wohl erledigt. Dabei sah das Team von Head Coach Matt Nagy lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Das Laufspiel funktionierte, RB David Montgomery und Cordarrelle Patterson sorgten gemeinsam für 131 Rushing Yards und 3 Touchdowns. Ein 10-Punkte Vorsprung knapp sieben Minuten vor dem Ende war jedoch nicht ausreichend, um das Division-Duell zu gewinnen. Weil Lions QB Matthew Stafford einmal mehr seine Gunslinger-Qualitäten unter Beweis stellte (402 Passing Yards, 3 Touchdowns, 1 Interception). Und weil Mitchell Trubisky zwei Minuten vor Schluss an der eigenen 17-Yard Linie den Ball verlor. Der 2nd Overall Pick 2017 der Bears wurde  einmal mehr zum Sargnagel seines Teams. Veteran-RB Adrian Peterson lief für die Lions im Anschluss zum 34-30 Endstand. Nach dem Abgang von Matt Patricia (Daily Huddle berichtete) konnte Interims Head Coach Darrell Bevell seinen ersten Sieg einfahren.

Vikings bleiben im Playoff-Rennen
Durch die Niederlage der Bears konnten die Minnesota Vikings in der NFC North auf den 2. Platz klettern. Die Vikings stehen nach einem 27-24 gegen die Jacksonville Jaguars bei 6-6 und bleiben im Rennen um die Playoff-Plätze. Dass der Sieg gegen die Jaguars (1-11) glücklich und erst in der Overtime zustande kam, wird morgen in Minnesota kaum noch jemanden interessieren. Insgesamt 6 Turnover sorgten für eine chaotische, aber spannende Partie. Vor allem für Jaguars-QB Mike Glennon wechselten sich Licht und Schatten beliebig ab. Zu Beginn des vierten Viertels musste Glennon einen Sack in der eigenen Endzone einstecken. Knapp vier Minuten vor dem Ende brachte der 30-jährige sein Team jedoch in die gegnerische Endzone, samt erfolgreicher 2-Point-Conversion zum 24-24. Vikings-QB Kirk Cousins (305 Yards, 3 Touchdowns, 1 Interception) blieb eine Minute auf der Uhr. Zeit genug, um seinen Kicker Dan Bailey an die 33-Yard Linie der Jaguars zu positionieren. Der setzte das Field Goal jedoch daneben. In der Overtime folgte ein schnelles 3-and-out für die Vikings. Mike Glennon antwortete mit einer Interception. Nächste Chance für Baily, der seine Sache dieses Mal besser machte und für den 27-24 Endstand sorgte.

Bester Receiver bei den Vikings war Rookie Justin Jefferson. Der 1st-Round-Pick der Vikings beendete das Spiel mit 9 Receptions für 121 Yards und einem Touchdown. Er ist damit in der Super Bowl Ära erst der 5. Rookie, der in seinen ersten 12 NFL-Spielen die Marke von 1.000 Receiving Yards knackte.

Die weiteren Ergebnisse zum 13. Spieltag in der Daily Huddle Rubrik: „Aktueller Spieltag“.