Ist Jalen Hurts der neue Wunderwuzzi in Philadelphia? Sind die Steelers das überschätzteste Team der Liga? Und knackt Titans RB Derrick Henry den Rekord von Barry Sanders? Der 14. Spieltag der NFL wirft vielen Fragen auf. Einige davon werden auch beantwortet.


Auch gegen die San Francisco 49ers (5-8) wird die Siegesserie von dem Washington Football Team (6-7) prolongiert. Mit dem 23-15 Triumph übernimmt das Team von Head Coach Ron Rivera die Tabellenspitze in der NFC East. Der Ausfall der Rookie Sensation, RB Antonio Gibson, machte sich in der Offense von Washington bemerkbar. QB Alex Smith verletzte sich zudem am Fuß und musste durch Dwayne Haskins ersetzt werden. Der in Ungnade gefallene Haskins brachte 7 seiner 12 Pässe für einen Raumgewinn von 51 Yards an den Mann. Bei den Rushing Yards verbuchte der Second-Year-Quarterback ein Minus von 12 Yards. Ein Empfehlungsschreiben für andere Teams sieht anders aus. Für den positiven Ausgang sorgte die Defense von Washington, die gleich zwei Touchdowns erzielte. DE Chase Young ist weiterhin unterwegs in Richtung „Defensive Rookie of the Year”.

Der 24-21 Sieg der Philadelphia Eagles (4-8-1) über die New Orleans Saints (10-3) stellt nach wie vor viele NFL Experten vor ein Rätsel. Ist Jalen Hurts der neue Wunderwuzzi in Philly? Abwarten. Seine Scrambling-Fähigkeiten konnte der Second-Round-Pick von 2020 des Öfteren unter Beweis stellen. 106 Rushing Yards standen am Ende zu Buche. Hurts ist seit 1950 der erst sechste Eagles Quarterback, der bei seinem NFL Debüt einen Sieg einfahren konnte. Running Back Miles Sanders, der in der Saison bisher weit unter den Erwartungen blieb, setzte mit zwei Tochdowns und 115 Rushing Yards ein kräftiges Ausrufezeichen. Für Statistik-Freunde interessant: Doug Pederson steht als Head Coach der Eagles bei einem Record von 11-2, wenn Carson Wentz nicht Starting Quarterback ist.

Sind die Pittsburgh Steelers (11-2) das überschätzteste Team in der NFL? Es scheint so. Big Ben dürfte langsam aber doch die Puste ausgehen. Gegen die Buffalo Bills (10-3) setzte es eine verdiente 26-15 Niederlage. Völlig verdient und kaum gefährdet waren die Arizona Cardinals (7-6) gegen die New York Giants (5-8). Bei dem 26-7 Triumph erzielte LB Hasson Reddick gleich fünf Quarterback Sacks. Der Quarterback der Giants, Daniel Jones, verbrachte noch mehr Zeit am Boden des MetLife Stadiums. Insgesamt wurde der 23-jährige acht Mal gesacked.

Dolphins-Defense ärgert die Chiefs
Die Takeaway-Serie der Miami Dolphins (8-5) geht weiter und weiter und weiter. 13 Spiele in Folge konnte die Defense von Miami ein Turnover erzwingen. Dass in Woche 14 die beste Offense der Liga mit Super Bowl MVP Patrick Mahomes am Feld gegenüberstand, beeindruckte die Abwehrreihen der Dolphins wenig. Die Miami Secondary sorgte bei der 33-27 Niederlage gegen die Kansas City Chiefs (12-1) gleich für drei Interceptions. Nur ganze 2 Picks warf Mahomes in den 12 Spielen zuvor. Für eine der drei Interceptions zeichnete Dolphins-CB Xavien Howard verantwortlich. Es war seine fünfte in Folge. Howard führt die NFL mit neun Picks an. An der Defense lag es also nicht, dass die Dolphins gegen den amtierenden Super Bowl Champion knapp unterlegen waren.

Dan Bailey und die vier Fehlversuche
Die Minnesota Vikings (6-7) sind nach der 26-14 Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers (8-5) wohl aus dem Playoff-Rennen. Verantwortlich dafür war nicht QB Kirk Cousins, der nach drei Spielen in Folge mit über 300 Yards und 3 Touchdowns in Folge diesmal nur für 225 Yards warf. Zur tragischen Figur bei den Vikings entwickelte sich Kicker Dan Bailey, der alle seine vier Versuche (drei Field Goals, ein Extrapunkt) neben die Stangen setzte (Daily Huddle berichtete). Die zehn Punkte hätten die Vikings gut gebrauchen können, um das Spiel gegen die Bucs spannender zu gestalten. Bailey hatte vor der Begegnung die sechstbeste Field Goal Percentage aller Zeiten (86,9). Ob er kommende Woche noch einen Job in der NFL hat, ist bisher nicht bestätigt.

Henry jagt den Rekord von Barry Sanders
Dezember ist Derrick Henry Time. Obwohl Henry bereits vor Woche 14 der Rushing Leader der NFL war, hat er beim 31-10 der Tennessee Titans (9-4) gegen die Jacksonville Jaguars (1-12) einmal mehr neue Maßstäbe gesetzt: 26 Läufe für 215 Yards und 2 Touchdowns. Es war das 4. Spiel in Henrys Karriere mit mindestens 200 Rushing Yards und 2 Tochdowns – NFL-Rekord! Der 26-jährige Pro Bowler hat außerdem in seinen letzten 9 Auswärtsspielen mindestens 100 Yards erlaufen. Auf den All-Time-Record von Hall-of-Famer Barry Sanders fehlt noch ein Spiel. Die Jaguars, die sich nach wie vor gegen die Jets (0-13) um den First-Round-Pick im kommenden Draft duellieren, dürfte „King Henry” liegen: Seit 2018 hat Henry in sechs Spielen gleich 9 Rushing Touchdowns erzielt.

Rodgers und Adams – ziemlich beste Freunde
Beim 31-24 der Green Bay Packers (10-3) gegen die Detroit Lions (5-8) fing Davante Adams im achten Spiel in Folge einen Touchdown. Das ist die drittlängste Serie in der Super Bowl Ära. Nur Jerry Rice (12) und A.J. Green (9) haben innerhalb einer Saison eine längere Serie. Gut möglich, dass Adams in den vier verbleibenden Spielen der Packers in der Regular Season den Rekord von Hall-of-Famer Rice einstellt. Obwohl Adams zwei Spiele in der laufenden Saison verpasst hat, steht er nach Woche 14 bei 91 Receptions für 1.144 Receiving Yards und führt die Liga mit 14 Receiving Touchdowns an.

Alle Ergebnisse zum 14. Spieltag findet ihr in unserer Übersicht!